Am Himmel braut sich Düsteres doch Wolken ziehen wie Unbeteiligte davon. Manchmal berührten sie dich, doch meistens ecktest du an ihrer Wattebäuschigkeit nur an.
Am Himmel braut sich Düsteres, auf Erden werden Fensterscheiben eingeschlagen. Und Menschen die Köpfe im Wolkenkuckuckusheim, in dem die Kuckuckskinder ihren Platz nicht finden.
Sollen wir nicht sprechen, nicht reden davon - wir, die heute noch in Sesseln sitzen, die bequem erscheinen und uns gehören? Was halten wir in Händen, wenn Schicksal es morgen schon fort tragen kann? Nicht mehr als einen Sessel am Fenster, das den Blick frei gibt in einen Himmel, an dem sich Düsteres zusammenbraut.
Weise wäre es vielleicht, sich zurück zu lehnen in dem Sessel, so lang er noch dein ist. Doch du musst dich entrüsten, Partei ergreifen für Gerechtigkeit, gegen Blasiertheit, für dich selbst und überhaupt. Sollten wir nicht sprechen, sollten wir nicht reden davon?
Die Zornesfalte auf deiner Stirn erinnert daran, dass du es oft tatest. Und doch war es nicht mehr als ein Blick aus einem Fenster in einen Himmel, an dem sich Düsteres zusammen braut. Ein Blick vom sicheren Sessel aus.
dein Text, ich weiß gar nicht, ob es ein Gedicht im eigentlichen Sinne ist, macht mir den Eindruck von gutem Kabarett, wie man es in den heutigen Klamauk-Medien fast nicht mehr zu hören bekommt.
Auf alle Fälle ist es sehr gut und es ist gut, dass es hier im Forum ist. Etwas Neuartiges. Es stimmt nachdenklich – sind wir nicht alle Sessel-Furzer? Wie könnten wir es ändern? Wollen und können wir das?
nein, lieber Thomas, eigentlich wurde es nicht als Kabarett geschrieben. Aber wie es beim Leser ankommt, das weiß man nie. Ich hatte einmal in nicht so bekannten Tagebüchern von Brecht gestöbert und ließ mich von seinem Stil inspirieren. Nicht meiner eigentlich, aber es gefiel mir dann recht gut und es reizte mich einfach, es auch einmal zu versuchen. Danke für deine Gedanken und dein Lob. Natürlich sind wir alle irgendwie Sesselfurzer... lächel. Der Inhalt befasst sich damit: könnten wir überhaupt etwas ändern am Großen Lauf, selbst wenn wir aufstehen...
Hallo Kokochanel, ich sehe das wie Thomas. Was beim Leser ankommt, liegt vor allem am Leser selbst, seinen Themen und seinem Anspruch. Nach meinem Wissen heißt das Wort Wolkenkuckuckshain. Das Wort Sesselfurzer ist ein Begriff, der durchaus nicht den gemeinen Mann auf der Straße meint. Aus Deinem Text entnehme ich etwas anderes. Es lohnt sich, über Dein Gedicht nachzudenken! Herzlichst Günter
ich freue mich, dass du dir die Zeit genommen hast, dieses Werk zu kommentieren.
Obwohl ich sonst nicht so viel von Wiki halte, möchte ich hier doch einmal zitieren: "Das Wort Wolkenkuckucksheim ist eine Lehnübersetzung des altgriechischen Wortes Νεφελοκοκκυγία Nephelokokkygia, das aus Aristophanes’ Komödie Die Vögel stammt. Es bezeichnet eine Stadt in den Wolken, die sich die Vögel als Zwischenreich gebaut haben. Mittlerweile wird der Begriff ähnlich wie der des Luftschlosses verwendet: als eine Utopie ohne Bodenhaftung, also ohne Realitätssinn."... Wichtig ist mir hier auch die Schiene_ Heim-Sessel...Darum das Bild
Interessieren würd mich, was du persönlich dem Text entnimmst, was er dir sagen kann. Es freut mich, wenn du ihn als lohnenswert zum Nachdenken einstufst.. Danke und lG von Koko
Liebe Koko, wenn Du von mir eine Analyse..., ich will es versuchen. Am Himmel braut sich Düsteres doch Wolken ziehen - die Probleme, die sich um uns häufen wie Unbeteiligte davon. - die sich jedoch nicht an unseren Befindlichkeiten stören Manchmal berührten sie dich, doch meistens ecktest du an ihrer Wattebäuschigkeit nur an. - die Probleme erregen mich nur entfernt, da ich nicht unmittelbar betroffen bin
Am Himmel braut sich Düsteres, auf Erden werden Fensterscheiben eingeschlagen. - Krieg, Terror usw. Und Menschen die Köpfe im Wolkenkuckuckusheim, - ich mache mir meine Wunschwelt, die reale bleibt außen vor in dem die Kuckuckskinder - die falschen Kinder, die hier nicht hergehören ihren Platz nicht finden.
Sollen wir nicht sprechen, nicht reden davon - wir, die heute noch in Sesseln sitzen, - wir sollten ernsthafter und nachdenklicher werden die bequem erscheinen und uns gehören? - wir sind uns in der Geborgenheit einig Was halten wir in Händen, wenn Schicksal es morgen schon fort tragen kann? - unser Status ist zerbrechlich Nicht mehr als einen Sessel am Fenster, - das Grauen ist zwar sichtbar, doch weit entfernt das den Blick frei gibt in einen Himmel, an dem sich Düsteres zusammenbraut. - es kommt unweigerlich näher
Weise wäre es vielleicht, sich zurück zu lehnen in dem Sessel, so lang er noch dein ist. - genießen wir, solange wir es noch können Doch du musst dich entrüsten, Partei ergreifen für Gerechtigkeit, gegen Blasiertheit, für dich selbst und überhaupt. Sollten wir nicht sprechen, sollten wir nicht reden davon? - ein Hauch von Verantwortung spricht aus meinem Inneren, ich sollte, ich müsste, doch es bleibt ein Konjunktiv
Die Zornesfalte auf deiner Stirn erinnert daran, dass du es oft tatest. - ich entdecke mich selber in den Versäumnissen Und doch war es nicht mehr als ein Blick aus einem Fenster in einen Himmel, - ich blieb untätig an dem sich Düsteres zusammen braut. Ein Blick vom sicheren Sessel aus. - aus einer immer noch gesichert erscheinenden Position heraus
ich freue mich, dass du dich noch einmal eingelassen hast und will dir gerne bestätigen, dass deine Gedanken ein rundes Resumee ergeben und "es" durchaus fassen. Bei diesem Punkt jedoch ergibt sich ebenfalls zu deiner auch noch eine andere Variante:
"Die Zornesfalte auf deiner Stirn erinnert daran, dass du es oft tatest. - ich entdecke mich selber in den Versäumnissen
Genau da könnte es auch andersrum sein, der Prot mischt sich ein, er tut etwas. Aber es reichte eben nicht, um das Große zu ändern. Vielleicht auch, weil er icht mutig genug war, zuviel zu riskieren.
Liebe Koko, es freut mich, dass ich nicht ganz daneben lag. Übrigens gefällt mir Dein Text bei jedem Lesen besser. Meist ist es leider umgekehrt. Man erkennt (ich auch, mit Asche auf dem Haupt) die eigenen Versäumnisse. Es könnte, man sollte, ich müsste..., doch das ist das, was ein gutes Gedicht auszeichnet! Herzlichst Günter
es ist wohl so, gerade meine Freien Gedichte sind nicht einfach zu konsumieren. Es steckt immer Diskussionspotential darin. Darum schreibe ich sie ja dann frei, damit keine Schnörkel vom Wesentlichen ablenken und die Leser vielleicht eine interessante Diskussion beginnen. Ich versuche immer, die Form dem Inhalt anzupassen. Meist kommt mir das aber automatisch so. Das ist auch so bei dem Gedicht "Gebrüll", wo ich deinen Kommentar natürlich noch beantworten werde. Ich wollte nur zunächst auch anderen Werken die Möglichkeit geben, sich im Forum zu zeigen, da ja sonst ein neu eingestelltes wieder nach unten rutscht.Ich finde so etwas fair, wenn das Forensystem so gestaltet ist wie hier. Lächeln und lG von Koko
Liebe Koko, interessante Gedanken über die Unfähigkeit aufzustehen und etwas zu ändern. Die Frage bleibt wie und was kann man machen? Der Mensch steht bestimmt erst auf, wenn es an sein eigenes Leben geht. Oder er resigniert. LG Heike
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