Zum Träumen gibt es immer eine Zeit. Solang das Herz ist offen und bereit, und gaukle fort, was hässlich in der Welt. Am aller schönsten träumt es sich zu zweit.
So unbeirrt von trockner Konvention trägt Phantasie uns unbegrenzt und weit. Sie muss nicht in verborgnen Kammern ruhn, denn strahlend schön ist ihr erdachtes Kleid.
Sie braucht nicht Suche nach dem tiefen Sinn, denn sinnhaft ist doch alles, was uns freut! Angst ist ihr fremd und auch die falsche Scham, da jeder Schuss ins Leere sie nicht reut.
Bevor der Träume Zauber uns verlässt und uns ernüchtert Kopf und Herz entzweit, will ich sie Pflegen, jene tiefe Kraft. Das ist lebendig, nützlich und gescheit.
Aus deinen Zeilen klingen so schöne Wortmelodien! Am besten gefällt mir: "denn strahlend schön ist ihr erdachtes Kleid". Du hast uns auf eine kleine Reise durch unsere Traumwelt eingeladen! Sehr schön geschrieben!
mir gefällt Dein Traumgedicht vorzüglich. Ich habe auch nichts zu meckern. Aber einen kleinen Vorschlag für die erste Strophe.
Zum Träumen gibt es immer eine Zeit. Solang das Herz ist offen und bereit, verschlaf nur das, was hässlich in der Welt. Am schönsten fabuliert es sich zu zweit. -------------------------- damit hab ich einpaar träumt ersetzt und ich finde der Übergang zu Deiner 2. Strophe ist damit einwenig runder. Insgesamt ein sehr schönes Gedicht
in sehr flüssiger Lesart erzählt uns Dein Gedicht vom Träumen allein und zu zweit. Die Aussage hast Du in deutliche und schön Worte gekleidet.
ZitatAm aller schönsten träumt es sich zu zweit.
Hier sehe ich als Möglichkeit: Die schönste Fantasie gelingt zu zweit.´--oder---Am schönsten fantasiert es sich zu zweit. Auch mir gefällt das erdachte Kleid besonders gut, aber auch das ganze Gedicht.
da bemühe ich mich mein ganzes Leben, meine Träumernatur in den Griff zu kriegen und da kommst Du mir mit diesem Gedicht. Aber sei unbesorgt, immer wenn ich zu viel geschafft hatte und zu wenig geträumt, krieg ich eine Zwangspause und - träume. Dann geht es mir wieder besser. Ich brauch edie Träume, sie sind für mich lebenswichtig Wenn wir unsere Träume nicht hätten, wie arm wäre dann unsere Welt. Eine wunderbare Reklame für die Traumwelten hast Du hier hingelegt und ich werde es mir neu zu Herzen nehmen.
Lieber Jonny, danke, dass Du so freudig meiner Einladung in die Traumwelt gefolgt bist. Auch für Deine freundlichen Worte.
Liebe Ilona, danke für das "vorzüglich"! Ich habe über Deinen Vorschlag nachgedacht und Dir folgend ein anderes Wort gefunden. danke!
Lieber Hans, es freut mich, dass meine Träumereien bei Dir Anklang gefunden haben. Dein Vorschlag ist gut, doch ist das Wort 'phantasieren' doppelt, also auch negativ belegt. Das wollte ich vermeiden.
Lieber Thomas, Deinen Vorschlag habe ich gern übernommen. Danke und auch für Dein Lob!
Liebe Heidi, ich halte nicht viel von Reklame, doch in diesem Fall mag ich diese Deutung. Zu Deinen Worten fällt mir eine Zeile aus einem Lied der Puhdys ein: "wenn Träume sterben, dann bist du alt". In diesem Sinn wünsche ich uns allen, jung zu bleiben! Vielen Dank für Deine mitträumenden Worte.
sehr sehr schön und zum Nachdenken anregend; Sprache, Klang und Thema passen perfekt zur Ghasele. Nur hier bist du ausgebüxt: S1 V 3: „gaukle dir fort, was hässlich in der Welt“. XxxXxXxXxX Das ist ein Daktylus und passt nicht in den sonst so perfekt gelungenen und klangvollen Jambus. Mein Vorschlag: Und gaukle fort, was hässlich in der Welt xXxXxXxXxX Und nun noch drei Peanuts: S 3: So unbeirrt von trock'ner Konvention trägt Phantasie uns unbegrenzt und weit. Sie muss nicht in verborg'nen Kammern ruh'n, denn strahlend schön ist ihr erdachtes Kleid. Lass bitte die Apostrophe weg. Sie stören beim Lesen und gehören da nicht mehr hin. Diese neue Regelung empfinde ich als sehr gut, weil sie weitab von Apostroph-versessenen Anglizismengläubigen ist . Sehr, sehr gerne und nicht zum letzten Mal verträumt gelesen. Herzliche Grüße, Heliane.
Liebe Heliane, hab Dank für Deine Vorschläge. Da ich den ersten Satz des Wortes wegen schon mal änderte, ging mein Fokus auf die Metrik wohl verloren. Was Du zu dem Apostroph schreibst ist interessant. Ich las in der neuen Rechtschreibung, dass der A. nur noch bei der Auslassung von e Anwendung findet. Dass er überhaupt nicht mehr... fand ich nicht. Der Bezug zu den Anglizismen ist mir auch neu. Orthographie ist jedoch nicht meine Stärke. Nun ist hoffentlich alles richtig? Es freut mich sehr, dass es Dich sehr anspricht, danke! LG Ulrich
Fein, dass dir mein Vorschlag gefällt. Zum Apostroph: Der Duden ist in diesem Punkt der neuen Regelungen unter „Sprachmenschen“ äußerst umstritten. Autoren, Journalisten etc. sind längst zur Apostroph-freien Schreibweise zurückgekehrt. Lustig und informativ schildert Bastian Sick in seinem Büchlein „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ (S. 29 ff; ISBN 3-462-03448-0, Kiepenheuer & Witsch, oder auf SPIEGEL online unter „Zwiebelfisch-Kolumnen“) das Dilemma ums Häkchen. Eingeschlichen hat es sich vom Westen, weniger aus Großbritannien, inflationsartig aus den USA. Dort kannst du zuweilen das Geschriebene durch die vielen Apostrophe kaum mehr lesen, darum meine „Anglizismenschelte“ .
Ich grüße dich herzlich und wünsche dir einen fröhlichen Jahreswechsel, Heliane.
also das hat eine außergewöhnlich spannende (oder besser völlig unerwartete, aber im positivstem Sinne) Wirkung auf mich. Das Du die dritte Strophe als Unterbrechung des Grundgehasel nutzt und einen neuen anstimmst, aber dann doch wieder zurückfindest - ich denke das hast du fein gemacht - auf mich wirkt das jedenfalls und der Ghasel verliehrt auch durch den kurzen Einschub nicht an seiner Eindrinklichkeit und dem Wiedererkennungswert.
Lieber Olli, Deine Analyse des Textes ist tiefer als es meine Absicht beim Schreiben war. Manches gestaltet sich aus den Tiefen des Unbewussten und erfreut dann umso mehr, wenn es trifft. Dein Lob freut mich sehr! LG Ulrich
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