Er fragte an der Käsetheke nach zehn Gramm Liebe - ob die wohl bliebe? Auch, wenn die Frau ihn in den Wahnsinn triebe?
Was wäre, wenn die Liebe bei jedem Wirbelsturme verzweifelt auseinanderstiebe? Was wäre, wenn die Liebe plötzlich stürbe, zermürbe sie dann unsere Seele, der Liebe in den tiefsten Tiefen fehle?
Was wäre, wenn…, frag ich den Regenbogen. Ich kenne seine Antwort, ungelogen, und sehe wie die Sonnenstrahlen beschwingt durch Wolken Samba tanzen, vergnügte Bilder in den Himmel malen und Kinder ihre schweren Ranzen an Annemonenträume lehnen, weil sie sich auch, wie alle Menschen, an jenem Tag nach Liebe sehnen.
So schließe ich die Augen, spüre, wie mich die Liebe sanft in ihren Armen wiegt in einer Welt, die doch bisweilen entgrenzte Liebesdiebe verrückterweise für ungekrönte Helden hält.
ich wusste es doch, natürlich würde dir ein Gedicht über die Liebe gelingen, ganz frei, ganz anna typisch, ganz inspirierend. Alleine der Beginn ist ja schon genial, in aller Bescheidenheit, an einer Käsetheke nach 10 Gramm Liebe zu fragen. Die dahinter stehende Fragen ist bedenkenswert: bleibt Liebe, wenn ich weniger von ihr verlange oder erwarte? Eine kluge Frage. Für mich auch interessant, dass sich auch in deinem Gedicht das Wort: "stürbe", wiederfindet. Ja, wie arm wären wir, ohne sie. Du stellst interessante Gleichungen auf, die hinter den Zeilen z.B. lauten: wächst die Liebe mit zunehmender Fantasie? Bei dir ganz offensichtlich, wenn selbst die Sonnenstrahlen Samba tanzen
Und schließlich vertraust du ihr einfach, dass sie dich in entscheidenden Momenten in die Arme schließen wird und wiegt. ( So sei es! )
Die Frage, wer auf dieser Welt die Krone verdient, ist damit eindeutig beantwortet. So sehe ich es auch und bei den Sonnenstrahlen des heutigen Tages, werde ich nun sicherlich ab und zu, an Samba und Regenbögen denken. Vielen Dank!
herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort, die all das widerspiegelt, was ich ausdrücken wollte… Die Käsetheken-Frage entstand in der Tat beim Warten an der Theke. Ich hatte sie als Fragment aufgeschrieben, vergessen und dann gestern bei einer Autofahrt weiterentwickelt. Interessanterweise kommen mir die besten Ideen, wenn ich entweder in irgendeiner Form in Bewegung oder im Wasser bin. Soviel zu meinem Schreibprozess.
Vielen Dank für deine Anregung, sich mit so einem großen, existenziellen Gefühl wie der Liebe auseinanderzusetzen. Es gäbe noch soviel dazu zu sagen…
Glaube, Liebe und Hoffnung - die drei bilden für mich die Basis unseres Seins…
Sanderling hat schon ausführlich geschrieben, es bleibt mir nur darauf hinzuweisen, dass ich die doppeldeutige Verwendung des Verbs „wiegen“ für sehr gelungen halte.
ja, das mit der An-nemone war versteckt beabsichtigt, wie du Findefuchs gleich entdeckt hast. Und ich bin derselben Meinung: Zehn Gramm Liebe, wenn die doch bliebe, das wäre viel... Weiß eigentlich jemand von euch, ob es mal ein Experiment gab zum Thema: wie schwer ist die Liebe? Oder geht es ausschließlich um Luft und Liebe? Ich weiß nur, dass die Seele 21g wiegen soll... https://www.br.de/radio/bayern2/sendunge...-gramm-100.html
der Dr. mit den 21 Gramm war ja wenigstens ehrlich. Aber ist es nicht ein trauriges Zeichen für den verbreiteten Materialismus, wenn selbst die Seele eine Masse haben muss?
du ja, das habe ich schon gemerkt. Ich finde den Versuch befremdlich, du wahrscheinlich auch. Vielleicht gibt es ja doch 10 Gramm Liebe an der Käsetheke?
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