Hineingeboren in das All der verlorenen Sterne Begonnen den Flug der gestutzten Flügel Wahrgenommen der stummen Träume Schrei Abgetrieben im Brei der trüben Meere Zurückgelassen der blinden Augen Sehnsuchtsblicke Hinabgesunken in den Strudel der Unvollkommenheit.
Langsam aufgetaucht Erstaunt über das Licht der Sterne Die Flügel ausgebreitet zum Flug durch tausend Träume In klaren Wassern geschwommen Eine Wunderbare Welt erkannt und überall Spuren einer verlorenen Zeit
#2 | RE: Zu spät19.02.2014 10:50 (zuletzt bearbeitet: 19.02.2014 10:54)
Gelöschtes Mitglied
Liebe Gini, das geht unter die Haut. Meine Interpretation: Du erzählst hier von einer Beziehung, die schon von Anfang an einseitig, also zum Scheitern verurteilt war. Das LI ahnt/weiß es zwar, aber meint/hofft, es würde sich alles zum Guten wenden. Weit gefehlt. Die Toleranz und Chancen, die es dem LD immer wieder einräumt, werden nicht genutzt, im Gegenteil, das LD übt noch mehr Druck aus. Der Strudel zieht das LI immer tiefer nach unten, es ist nahe am Ertrinken (in Selbstaufgabe), das Leben zieht an ihm vorbei. Als es sich endlich aus dieser ausweglosen Situation befreit (auftaucht), erkennt es, dass die Welt so viel Schönes zu bieten hat. Es wird noch eine Zeitlang dauern, bis LI über die bittere Enttäuschung hinweg ist, überall gibt es noch Spuren, die Erinnerungen hochbringen. Schlussendlich bedauert und trauert es nur um die verschwendete Zeit, verschwendet an ein LD, das es nicht wert war.
Woran ich mich ein wenig reibe, ist das Wort: Unzulänglichkeit.
Wenn ich mit meiner Interpretation zur Gänze richtig liege, würde ich dieses Wort vermeiden, da es ausdrückt, dass sich das LI selbst die Schuld am Scheitern der Beziehung gibt. Wenn Du es so verstanden haben willst, dann passt es haarscharf.
Ansonsten würde ich vllt 'Enttäuschung' schreiben?
Ich bin schon sehr gespannt auf Deine Antwort.
Nicht gern gelesen, weil so traurig. Du fängst die Stimmung sehr gut ein. ZU GUT. Dabei entdecke ich auch wieder 'Spuren'.
Hallo, liebe Lailany! Es ist interessant für mich, dass du meine Zeilen so interpretierst! Du gehst von einer gescheiterten Beziehung aus,...gemeint ist jedoche ein an widrigen Umständen gescheitertes Leben! Der Wille und die Kraft, um etwas zu ändern, kam zu spät......., deshalb passt auch das Wort Unvollkommenheit ( Nicht UNZULÄNGLICKEIT!) ganz gut! Traurig?...Naja, das Leid schreibt oft mit! Leg mich aber bitte nicht auf die Couch!
Liebe Gini, nö, keine Bange, auf die Couch leg ich Dich nicht. Oh menno, da hätt ich viele Couchen durchgelegen, wenn Frau bei einer gescheiterten Beziehung gleich so 'hinfällig' wäre.
Also hab ich wieder mal am Kern vorbei interpretiert. So wie Du es angedacht hast, ist Unzulänglichkeit durchaus passend. Nun hab ichs im neuen Licht nochmal betrachtet - ja, alles macht Sinn. Sowie auch meine Auslegung, was für den Text spricht.
deine Erklärung zum Text stimmte mich ziemlich nachdenklich. Wäre er umgekehrt vielleicht logischer? Werden wir nicht unschuldig in eine schöne Welt hinein geboren? In eine Welt, in der wir über das Licht der Sterne staunen, die Flügel ausbreiten und in klarem Wasser schwimmen können? Sind es nicht verpasste Gelegenheiten, unglückliche Umstände etc., die zur Aussage deiner ersten Strophe führen?
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