Er ging ins Gebirge und gebot dem Felsen, sich vor ihm zu neigen.
Er ging an das Meer Und gebot den Fluten, stehend zu schweigen.
Er ging in die Wüste Und gebot der Sonne, ihn sinkend zu fliehen.
Er ging in die Luft Und gebot dem Sturm, von dannen zu ziehen.
Er ging zu Gott und gebot seinem Geist, vor ihm niederzuknien.
Und siehe!
Es schrumpfte sein Geist zum Standpunkt. Es zog der Sturm mit den Dächern davon. Es versank die Sonne im Westen. Es erhoben und neigten sich Fluten. Es standen die Felsen stille.
Lieber Thomas, ob es das Thema deines Gedichtes ist was hier solche Zurückhaltung in Kommentaren entstehen lässt? Alleine dein Titel könnte vom ein oder anderen bereits als Blasphemie durchgehen. Aber, du treibst es ja noch auf die Spitze,.. Gott solle vor dem Führer niederknien! Ich finde dein Gedicht stark und polarisierend. Soviele mächtig Menschen auf Erden sehen alle Ereignisse ausschließlich durch ihre Brille der gefärbten Wahrnehmung. Verdrehung der Realität als logische Konsequenz. Pluralität geleugnet. Mir bleibt das Resümee, dass weder Gott noch irgendein Führer allmächtig ist, und der Mensch infolge dessen im Leben die Konsequenzen seines tun und lassens zu verantworten hat. Herzliche Grüße Der Sanderling
wer Kraft seines überlegenen Geistes für andere Unverständliches vollbringt, wird immer Anhänger finden und nicht selten als eine Gottheit verehrt. Eine Unterwerfung sollte jedoch nur der Vernunft folgen und nicht ohne Notwendigkeit stattfinden. Leider geschieht sie jedoch auch wegen Unbedachtheit oder Dummheit (Vertrauen).
danke für die Bestätigung, ja die Vernunft sollte walten, sie tut es seltsamer Weise meist nicht und das Vertrauen wird Personen gegeben, die es nicht verdienen und sogar mißbrauchen. Dummheit ist nicht der Grund, denn es geht auch sehr intelligenten Menschen so. Ich glaube, es ist mehr eine Charakterfrage, wir haben vielleicht zu lange zu wenig in Charakterbildung investiert.
Lieber Thomas, weil es klar ist, wohin solche Selbstüberschätzung führt, würde ich auf die letzen Verse verzichten - es bedarf keiner Erklärung. Du hast eine gute, vor allen Dingen sehr interessante, schnörkellose Form gewählt, die mir sehr gut gefällt . Herzliche Grüße, Heliane.
Du hast Rech, "Alles Zeichen seiner Macht, / die seine Gefolgschaft mehrte." ist nicht nötig, ich streiche den Schluss. Auch für diesen Tipp vielen Dank.
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