Der Mensch ist wie ein Wassertropfen, er sucht an etwas Festem Halt. Den Willen, selber zu entscheiden, entreißt man ihm nur mit Gewalt.
Doch trifft er anderswo auf Ströme aus vielen Tropfen, so wie er, wird er sich ihnen gerne fügen. Er will davon sogar noch mehr.
Im Strom des Ruhmes mit zu fließen, lässt gute Ziele schnell vergessen. Der sich am Rand hält, wird verdrießen – nur er kann Relationen messen.
Dort, wo die Flüsse kräftig strömen, kann ihr Gewicht nur abwärts treiben. Am Rand zu stehen, das ist schmählich. Nur - dieser arme Tropf wird bleiben!
Der schnelle Lohn der Welt kommt oft so wie bestellt, treibt er im Geist der Zeit und Norm. Was sich nur karg ernährt, hat sich oft lang bewährt. Der Wahnsinn trägt meist Uniform.
Lieber Uller Rich Da hast Du ein bemerkenswertes Gedicht geschrieben. In meiner Theatergruppe haben wir eine Übung, die Schwarm heißt. Da gehen wir alle erst im Raum rum und gleichen uns immer mehr an, gehen im Pulk und wenn einer die Richtung ändert, gehen alle hinterher, bis ein anderer wendet. Da gibt es interessante Erfahrungen zu sammeln, man reagiert nur noch, mit der Zeit wird das Individuum immer mehr zurückgedrängt und fügt sich in ein Ganzes, grad so wie Du das mit dem Wassertropfen und dem Strom beschrieben hast. Fischschwärme und Vogelschwärme funktionieren ähnlich. Das klappt auch bei Menschen, wenn man sich drauf einlässt. Es ist gut mal so eine Erfahrung zu machen, vielleicht wird man dadurch sensibler. Wenn nun ein Verführer die die Möglichkeit hat den Schwarm zu lenken, wehe uns! Leider geschieht es aber immer wieder, wie man auch heutzutage wieder sehr gut wieder beobachten kann. Liebe Grüße, Heidi
Liebe Heidi, Dein "bemerkenswert" freut mich sehr, denn mehr kann dieses Thema wohl auch nicht hergeben. Das Beispiel von der Theatergruppe ist für mich auch interessant. Sicher hat das einen tiefenpsychologischen Hintergrund. Und doch zeigt es mir, dass dieses Phänomen sich nicht auf bestimmte Bereiche beschränkt. Es ist eine Wesenszug, der sich nicht einmal auf Menschen beschränkt. Ich meine, trotz aller negativer Erscheinung (Individualitätsverlust) scheint es zu einer natürlichen Überlebensstrategie zu gehören. "Wenn nun ein Verführer die..." ja, diese Führer/Verführer stehen überall herum und nutzen jede Chance. Nicht alle sind so schlimm wie..., doch ob gut oder schlecht, ist nur eine Frage der Zeit und der Gelegenheiten. Macht wächst und wenn sie nicht kontrolliert wird, wird sie zum Feuer, das nicht eher endet als bis alles verbrannt ist. Die Geschichte ist voll von Beispielen. Vielen Dank für Deine interessanten Ausführungen! LG Ulrich
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