Vielleicht hilft da ein dreister Kuss? Genau, den raub ich mir, und dafür zahl ich nichts. So bin ich froh, ja froh von Herzen, Frau, dass du bleibst weiter hold mir Taugenichts!
Ein leichter Handkuss, unverbindlich nur. Und wenn wir uns dann treffen ab und an, kein Zucken uns´rer Wimpern, nicht die Spur, soll zeugen von der Inbrunst irgendwann!
Doch nach dem feuchten Selbstbetrug der TRIEBE, wenn pulsend stark die LEIDENSCHAFT obsiegt, ins Bett denn sinkt die UNSCHULD sterbensmüde, und HOFFNUNG die Verlustangst einst besiegt...
Wenn´s dann noch funkt, und du es gründlich überdenkst: Könnt´s sein, dass du der LIEBE doch ne Chance schenkst?!
dein lyrischer Ausflug in vergangene Zeiten, empfinde ich als schöne Annäherung an das Thema des Liebesgedichtes. Hat es doch etwas von dem Zustand des Kribbelns, zu Beginn einer vielleicht großen Liebe, voller Leidenschaft, die häufig Leiden schafft. Die Rückbesinnung auf das Langsame in der Phase des Kennenlernens wird durch deine Begriffswahl aus alten Zeiten, wie Handkuss oder Sätze wie: "bleibst weiter hold mir", sehr anschaulich nachempfindbar. Gut gelöst, mein Lieber!
es freut mich sehr, dass du in deiner Kurzanalyse das langsame Annähern, die antiquierten Formen und die nicht mehr zeitgemäßen Begriffe besonders erwähnst …
Lieber Thomas,
schön dass du das Gedicht, das sich in Anlehnung an ein historisches Vorbild ergab, als Liebesgedicht durchgehen lässt…
Liebe Clara,
ja, bitte, ich würde mich sehr freuen…
Herzliche Grüße euch allen aus dem stürmischen Samothraki Karlheinz
ich habe jetzt dein Gedicht mehrfach gelesen und mich gefragt, wann und wieso du dich entschieden hast, bestimmt Wort in Großbuchstaben zu schreiben. Ist das im Originalgedicht, das ich nicht kenne, auch so?
Mir gefällt dieser Bogen von der anfänglich stürmischen Leidenschaft zwischen zwei Menschen hin zu diesem tiefen, ja fast bedingslosem Vertrauen, diesem Ja zu einer Liebe, die nicht eingeschlafen ist, noch funkt und nicht nur funktioniert, ja, die einfach ist - ist das nicht der wahre Kern von Liebe? Einfach sein zu dürfen...
Wie hat Hilde Domin einst so treffend formuliert:
Nicht müde werden sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.
Genau das zeigst du in deinem Gedicht und das hat mich gerührt...
besonders freut es mich, dass du das „Wenn´s dann noch funkt“ herausstellst und für besonders aussagekräftig erachtest. An dieser Stelle habe ich übrigens bis zuletzt geschwankt zwischen „dennoch“ und „dann noch“…
In Daytons Gedicht Since there’s no help verläuft ebenfalls ein Bogen, aber wenn ich’s richtig seh, umgekehrt. Die Begriffe Love, Faith, Passion und Innocence sind dort ebenfalls durch Großschreibung herausgehoben, aber nur die Anfangsbuchstaben. Weil im Deutschen die Substantive eh schon großgeschrieben werden, habe ich das auf alle Buchstaben ausgedehnt. Stört das?
Danke auch für den schönen Hinweis auf Hilde Domins Worte…
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