Ich hab noch ’ne CD von dir in meinem Fach im Schrank. Dein Bild vorn auf dem Cover: Du sitzt auf einer Bank. Die hör ich dann und wann, wenn ich mich einsam fühle, an.
Ich tauche ein in deine Musik und schwimme in Emotionen bis zum Gitarrenrand. Ich halt mich an den Saiten fest, damit die Erinnerung nicht über mir zusammenbricht.
Warum musstest du gehn? Warum hat es dich aus dem Leben gerissen? Du lässt mich einfach hier so alleine stehn.
Jeder, der mir heut begegnet, muss vor deinem Bild bestehn. Und so kann das nicht bleiben. So kann das nicht weitergehn. Wo auch immer du jetzt bist, gib mir mein Leben zurück.
Aus meiner tiefsten Seele schreib’ ich noch ein Gedicht. Gefühle werden Worte und drängen an das Licht, werden Zeilen aus Schmerz. Denn – wo ist mein Herz?
Warum musstest du gehn? Warum hat es dich aus dem Leben gerissen? Du lässt mich einfach hier so alleine stehn.
Doch es ist jetzt Zeit, nach all den Jahren mit dir: Ich singe meine Lieder. Vielleicht sehn wir uns wieder in einer andern Welt. Doch jetzt – jetzt bin ich hier.
ich las dein Gedicht bereits gestern, zur Nacht, nachdem du es gerade eingestellt hattest. Ich finde deine Hinweis gut, dass es zusammengehört, mit "Gebranntmarkt". Verschiedene Töne zu finden, für solche riesigen emotionalen Ereignisse und seine Folgen, ist vielleicht ein hilfreicher Umgang mit dem großen Thema des Verlustes eines Menschen, einer großen Liebe. Und doch verändert sich der Ton in deinem neuen Gedicht, im Vergleich zum ersten. Ein Aufbruch wird formuliert:
Zitat: "So kann das nicht weitergehn. Wo auch immer du jetzt bist, gib mir mein Leben zurück.
....Gefühle werden Worte und drängen an das Licht,.."
So wird für mich als Leser eine neue Zeit angedeutet, nicht schmerzfrei aber doch hoffnungsfroh.
ein sehr, sehr schönes Gedicht und mehr als ein Liebeslied. Es würde sehr lang zu erklären, aber ich sehe es als positive Lösung von E.A.Poes "Der Rabe".
Liebe Grüße Thomas
P.S.: Ich wäre neugierig aus das CD-Cover. In der Vertonung wäre eine Gitarre nicht schlecht.
ja, wenn es einmal eine ganz große Liebe in meinem Leben gab, so eine, die für die Ewigkeit bestimmt hätte sein können, dann war es diese. Das Cover kann ich natürlich nicht zeigen, das versteht ihr sicher.
das ist ein sehr zu Herzen gehendes Gedicht und ich spüre beim Lesen das Große, das zwischen diese beiden Menschen offensichtlich verband und auch auf eine besondere, unsichtbare Art und Weise noch verbindet.
Zitat von Clara im Beitrag #1Ich tauche ein in deine Musik und schwimme in Emotionen bis zum Gitarrenrand.
Diese Zeilen haben mich total begeistert, ich glaube, ich hätte nur Gefühle statt Emotionen geschrieben, weil durch das lateinische Wort eine seltsame Distanz aufgebaut wird. Diese Zeilen haben mich an Rilkes Liebes-Lied erinnert: Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt?
Was mich auch beeindruckt hat, ist, dass das lyrische Ich trotz des spürbaren Verlustschmerzes nicht aufgibt, dass es ahnt, dass es irgendwann neuerlich eine Begegnung geben wird, dass es sich aber sehr bewusst ist, dass das Leben heute im Hier und Jetzt stattfindet. Das fand ich sehr stark...
Zitat von Clara im Beitrag #1Vielleicht sehn wir uns wieder in einer andern Welt. Doch jetzt – jetzt bin ich hier.
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