Er wollte stets der Größte sein, und auch ein König obendrein. Doch alle Worte, die er sprach, und alles was er tat, zerbrach.
Da träumte er von einer Fee, die ihm drei Wünsche schenken sollte. "Ich will, dass alle auf mich hören, ich will die ganze Welt beschwören und keiner soll sich an mir stören.”
Er wachte auf, am Morgen dann, im Clown-Kostüm, mit roter Nase. Er sprach, nun seht mal was ich kann; und zauberte Blumen in eine Vase.
Die Welt war nun sein Zirkuszelt und alle lachten über ihn. Er fand es toll, als Clown der Welt, so riesig war sein Zirkuszelt.
ich vermute, der Clown steht nicht nur für einen Clown. Oder nur speziell diesen?
Der Wunsch "Ich will, dass alle auf mich hören..." beschreibt eine Figur, die nach Größe, Bewunderung und Macht strebt. Die Pointe besteht darin, dass dieser Wunsch auf paradoxe Weise erfüllt wird: Die ganze Welt schaut auf ihn – aber eben als Clown. Das ist eine schöne satirische Grundidee.
Dann kommt aber die Fee mit den drei Wünschen. Eigentlich wäre das der Motor der Geschichte. Doch die Wünsche werden ausgesprochen, und unmittelbar danach ist der Erzähler schon am Ende. Das ist schade.
Ich frage mich, ob die letzte Zeile gerade anders wirken würde, wenn der Clown merkt, dass er ausgelacht wird, statt mit Freude aufzutreten. Aber es soll ja Clowns geben, die nicht merken, dass sie einer sind. Er ist doch eine fantastische Figur für eine Satire. Ein Clown kann traurig sein, größenwahnsinnig, eitel, tragisch oder komisch. Hier bleibt er letztlich nur eine rote Nase.
ich lese es so, dass auch dich der Held angeregt hat, mit dem sich Carlino und anna beschäftigt haben. Deine Satire kommt behutsam daher, indem sie darstellt, wie der Held sich selbst der Lächerlichkeit preisgibt. Fein gemacht.
ich kann nur bestätigen, dass ich es ebenso wie Ralf sehe. Eine sehr fein und behutsam gehaltene Abrechnung mit dem selbstbezogenen Super-Clown, die seine Gefährlichkeit für die gesamte Welt erst einmal ausklammert… Harmlos, wie er hier erscheint, ist er leider nicht…
mit dieser Aufgabe tat ich mich schwer. Heldengesänge? Da wollte ich Freitag noch das Handtuch werfen. Dann schrieb ich erste, frei Zeilen ohne viel zu überlegen. Zunehmend fanden sich Reime ein und abschließend, am Montag Früh, habe ich die Hebungen angepasst. - Wir tun gut daran Aufgaben als Richtschnur zu sehen und damit so frei umzugehen, wie wir es brauchen. Deine Aufgabe Carlino, ging ja weit in ihrer Ausschreibung. Form, Inhalt und sogar Stilrichtung, sonst ließen wir es oft bei einer Aufgabe. Deshalb freue ich mich besonders, dass wir wegen der Bandbreite der Ergebnisse hier locker miteinander bleiben. Danke für eure Analysen und Meinungen, nun wisst ihr etwas mehr, wie mein Gedicht entstand. Vielleicht schmeiße ich ein anderes Mal das Handtuch,...nicht ausgeschlossen.
ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass ich häufig schon das Handtuch schmeißen wollte und jedes Mal froh war, es doch nicht getan zu haben. Es macht mir Spaß, mich immer wieder den Herausforderungen zu stellen und dadurch auch zu lernen, denn hier werden ja keine Schulnoten vergeben.
Auch ich habe mich mit der Aufgabe diesmal sehr schwer getan, mir fiel das satirische Element schwer und ich bin gar nicht darauf gekommen, dass durch Übertreibungen ein Text ironisch wirken kann.
Bei deiner Ballade musste ich die ganze Zeit an diesen Clown denken, der eigentlich nicht merkt, dass er ein Clown ist. Das kommt in deinem Gedicht, finde ich, sehr gut rüber. Er steht da als Clown und merkt gar nicht, dass sich die Menschen in dem übergroßen Zelt lustig über ihn machen.
Ja, Trump hat genügend Claqueure um sich herum, seufz...
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