Er kam, er sah und bekriegte - mit seinem unbedingten Willen zerstörte er alles, was er nicht bei drei besiegte und schrie währenddessen laut:” Ich werde euch killen!”
“Wenn ihr nicht mit mir dealt, wenn ihr mich nicht als Held estimiert, wenn ihr nur mit mir spielt und meine Freunde anschmiert,
dann lernt ihr alle mich kennen, dann werde ich ganz schnell jene benennen, die als erbärmliche Geschöpfe im Staub und Dreck herumkriechen, dann, schwöre ich euch, dann rollen Köpfe!“
Er kam, er sah und bekriegte, gerade so, wie es ihm beliebte, er malte seine Unterschriften, ohne mit dem Filzstift abzudriften, unter zahlreiche Pamphlete und trotz vieler Gebete regierte er weiter ohne Unterlass. bis eines Tages Sokrates in seinem Fass sich rührte und irritiert, die Weisheit verführte.
Sie war es, die daraufhin den Möchtegerngroß enttarnte, die schließlich die Menschheit klar warnte, nicht weiter ein Großmaul zu beklatschen, für den das Frauen betatschen als leidenschaftliches Hobby zählte und der beständig und unbeirrbar die Bürger seines Staates quälte.
Doch leider verlor die Weisheit ihr Augenlicht, als sie diesem unsäglichen Filzstiftwicht versehentlich zu nahe kam. Dann - vor lauter Gram - packte sie ihre sieben Sachen, entschwand achselzuckend für immer und ewig, da kann man leider wirklich nichts machen.
dem "Filzstiftwicht" hast du hier ein gebührend anerkennendes Satire-Gedicht gewidmet. ER würde sicher sagen, dass seine Genialität nicht ansatzweise genug beschrieben wurde, aber mir reicht es jetzt, da du die dritte im Bunde bist, die über ihn schrieb. - So unverschämt und unverständlich ist dieses ganze Drama der Welt, durch ihn.
Liebe und friedliche Grüße an dich... der Sanderling
der Filzstiftwicht fordert uns einfach jeden Tag dazu heraus und es ist mir unverständlich, wie so ein Mensch immer noch so viele Claqueure um sich herum haben kann... Nachher will ihn keiner mehr gekannt haben, das kennen wir aus der Geschichte, oder?
mit der Abwandlung von Caesars Ausspruch weiß man schon ziemlich genau, um wenn es sich handeln könnte. Dann wird der mächtige Mann auf seine demonstrativen Unterschriften und seinen Filzstift reduziert. Das hat als Bild etwas Treffendes und zeigt die absurde Lächerlichkeit zugleich.
"bis eines Tages Sokrates in seinem Fass" - meines Wissens nach war das Diogenes, nicht Sokrates. Das wäre gerade deshalb ungünstig, weil ausgerechnet die Weisheit als Figur auftritt.
Die klare Haltung ist erkennbar und auch etliche satirische Einfälle. Es klingt ein bisschen wie eine politische Schmährede in Balladenform.
Was die Aussage der Ballade betrifft. Absolut meine Rede: Wer der Macht zu nahe kommt, verliert den klaren Blick.
genau wie Carlino hat dich der King inspiriert, aber dein Gedicht empfinde ich gar nicht als Satire, den das Verschwinden der Weisheit schlägt fast elegische Töne an. Das ist gut. Wie du schon im Kommentar sagst, der Kerl beschäftigt einen. Aber leider ist er nicht der einzige dieser "Helden", halt nur besonders laut.
den unsäglichen Filzstiftwicht mit dem Caesarenwahn nimmst du hier aufs Korn und die Weisheit flieht vor diesem Dealmaker schamhaft ins Nirgendwo…
Der mit der Tonne, dem Fass, war allerdings Diogenes und der war bekanntlich so stolz darauf, dass er ohne Bedürfnisse wie ein Hund lebte, dass er dem Großen Alexander sagte, er solle ihm aus der Sonne gehen, als der ihn großzügig aufforderte, einen Wunsch zu äußern…genau dieser Humor fehlt dem hier karikierten Großmatz…
Schändlicherweise kriegte er durch Kriege, genau das, was er in Wahrheit wollte, nämlich keinen Frieden, sondern Aufmerksamkeit…
ich gestehe, ich hatte dieses Mal meine Schwierigkeiten mit dem satirischen Element. Interessanterweise hat Clara das Gedicht als satirisch wahrgenommen, du jedoch nicht, was mich zu der Frage führt, was ist Satire und wie erreichen wir es, satirisch zu schreiben? Vielleicht können wir darüber mal an dieser Stelle diskutieren...
Liebe Clara, stimmt, es war Diogenes im Fass, aber ich werde Sokrates in Sophokles umbenennen, als den Weisheit Gerühmten. Schließlich kann auch ein junger Mann namens Sophokles in einem Fass wohnen, oder nicht?
Deinen letzten Satz des Kommentares finde ich super - genau so ist es!
Zitat von Clara im Beitrag #4Wer der Macht zu nahe kommt, verliert den klaren Blick.
Lieber Carlino,
herzlichen Dank auch für deinen Kommentar, der noch einmal sehr treffend zusammenfasst, was ich ausdrücken wollte.
Habt alle einen schönen Tag und seid herzlich gegrüßt von
ja, das wäre eine interessante Diskussion. Clara hat in ihrem Beitrag ja schon etwas dazu gesagt, und es scheint nicht genau mit dem übereinzustimmen, was ich empfinde. Ein schöner Nebenaspekt dieser Aufgabe.
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