Lasst mich große Kunde bringen, und aus vollem Munde singen, von der Heldin aller Helden, dieser Retterin der Welten, die, als Alles schlief und döste, uns vom Klimatod erlöste.
Selbst dem schlimmen Schulpflichtdrachen stieß sie mutig in den Rachen, ihre Freitags-Freiheitslanze, tief, bis hin zum Schwänzeschwanze, dass der Drache nur noch zuckte, fortan nicht mehr Feuer spuckte.
Mit der Fahne und dem Speere führte sie die Medienheere in Paris dem Feind entgegen. Auch der Papst gab seinen Segen, um mit Gaia-Gottes Willen Teufels-CO2 zu killen.
Angesichts der Heldin Werk, war Jeanne d‘Arc ja nur ein Zwerg. Denn die Heldin, unverbrannt, zog jetzt Stolz ins Heilge Land, mit dem Tross der Klimaknappen, und schwarz-weiß-kariertem Lappen.
Deshalb muss ich Kunde bringen, und aus vollem Munde singen, von der kämpferischen Maid, die als Heldin uns befreit, in so heldenarmer Zeit. Ach, mir tut die Heldin leid.
haben Greta und du nicht etwas gemeinsam? Ihre Klarheit und Entschlossenheit gegen die Klimaveränderungen zu protestieren, auf der einen Seite, und deine Unbedingtheit dafür einzustehen, was du als Wahrheit empfindest? Aber, das sei nur eine Randbemerkung die mir zu Beginn meines Kommentares einfiel.
Deine Heldinnen-Satire, soviel gendern muss bei Greta sein, liest sich unterhaltsam und ist hintergründig. Du folgst ihr in deinen Versen durch ihr Leben und ihre Stationen auf dem Weg, ziehst Vergleiche mit anderen Heldinnen der Geschichte und kommst zu einem sehr menschlichen Schluss.
Sie tut dir leid! Das beweist deine zutiefst verankerte Menschlichkeit jedem Geschöpf gegenüber.
Gerne gelesen und zuerst etwas rumgerätselt, wer es denn sei.
Liebe Grüße der Sanderling
PS. Wissend, das Greta eine Autismus Spektrum Störung hat, tut sie mir auch leid. Nicht wegen ihrer Störung, aber deshalb, dass sie hierdurch vielleicht eine sehr zwanghaften Seite hat, mit der sie agieren muss.
Greta hat lange als Ikone funktioniert, leider hat sie sich diesen Status selbst wieder zerstört und damit den Status der gesamten Klimabewegung. Das ist unendlich schade. Das vorweg.
Du ziehst die Überhöhung von Anfang bis Ende durch. Das ist klassisches satirisches Übermaß mehr. Man merkt sofort, dass hier ein Heldenepos persifliert wird. Ausdrücke wie „Schulpflichtdrache“ oder „Freitags-Freiheitslanze“ funktionieren und muten fast lustig an. Die Ballade beginnt wie ein altes Heldenlied. Außerdem ist die Satire ziemlich eindeutig. Der Text selbst lebt aber fast ausschließlich davon, dass wir Leser die reale Person kennen.
Den Schluss finde ich gelungen. Plötzlich kippt der Ton. Und statt Heldentriumph bleibt Mitleid.
danke für eure ausführliche und gute Kommentierung meines Beitrags. Mir kam es in den Sinn, als ich überlegte, wer heute als Held verehrt wird. Und da ist es eben so, dass Helden auf den (Medien-)Schild gehoben werden, die es im Grunde nicht unbedingt sind, was vielleicht früher auch schon so war. Es entsteht also eine Diskrepanz zwischen Heldenmythos und der "verheldeten" Person, was mir im besagten Fall von Anfang an besonders krass erschien. Die Satire bezieht sich also weniger auf die Person, als auf die Heldenmacher, weshalb der Schluss so sein musste, wie er ist.
das ist dir sehr gelungen im Sinne der Aufgabenstellung, sowohl formal, als auch inhaltlich…bravo Seit Kaiser Rotbarts Zeiten ist der Rhythmus vorgegeben, in dem diese Art Huldigung von wackren Helden wie geschmiert von statten geht… Nun also die weibliche Variante, die das Gedicht von Uhland großartig persifliert!
ich weiß, das Thema "Klimawandel" ist ein Dauerbrenner in unserem Forum und wir sind diesbezüglich auch unterschiedlicher Meinung. Ich meine, das dieses Thema uns Menschen mehr als alle Kriege beschäftigen wird. Flüchtlnge aus Gebiete, die zunehmend nicht mehr bewohnbar sind, Kampf um Ressourcen wie Wasser etc. - das und noch vielmehr wird uns sicher bald sehr umtreiben.
Was ich nicht verstanden habe, war deine letzte Zeile, dass dem lyrischen Ich die Heldin leid tue. Warum das so ist, habe ich aus den vorangegangenen Zeilen nicht verstanden. Kannst du es mir bitte erklären?
Ansonsten bin ich sprachlich wie immer begeistert von deiner Ballade.
Herzliche Grüße und entschuldigt bitte alle meine späte Antwort
Der Schlusssatz muss einfach da stehen, weil es so ist. Sie wird missbraucht, genau wie die historische Johanna politischen Zwecken auf dem Scheiterhaufen geopfert wurde.
Liebe Grüße Thomas
P.S.: Im Augenblick, in dem die Finanzblase aus Green Bonds in die Rüstungsindustrie schwappt, befürchte ich noch ganz andere Probleme.
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