Als die Wellen schlafen gingen unter einem vollen Mond, hob die Welt an, leis zu singen, wie ein Sinfoniettachor zu klingen, der im Seegras wiegt und wohnt.
Als in lauen Sommernächten müde sich Lavendel legte, summte sanft die Birnbaumflechte, die von Hitze leicht Geschwächte, ihre Birnbaumträume hegte.
Doch als der Abend längst verschollen dem Dunkel seinen Vortritt ließ, da kicherten Kartoffelknollen im Keller zwischen Trachtenbollen und Käfer krochen durchs Verlies.
Wenn sich das Hell ins Dunkle wandelt, wenn Licht und Klarheit flöten gehen, erklingen Dissonanzen unverbandelt und Bilder wirken wie verschandelt, als könne niemand sie mehr sehen.
mit seltenen und raren Zwischentönen umschreibst du die zwielichtige Zwischenwelt der lauen Sommernächte, in denen die Klarheit flöten geht zugunsten eines Sfumato, das die Dissonanzen verschwimmen, aber bestehen lässt…
sehr schön, typisch anna, vor allem die Wunderwörter und der passende Wechsel des Metrums. „geschwächte,“ müsste wahrscheinlich klein geschrieben werden und mit Komma dahinter. Für die Folgezeile fällt mir ein „ihre Birnbaumträume hegte.“ (um das neu wegzubekommen). Und für die Schlusszeile könnte etwas ganz wildes sein, wie z.B. „weil taube Ohren sie nicht sehen.“ Alles nicht wesentlich.
die Geschwächte ist doch ein substantiviertes Adjektiv oder nicht? Deshalb habe ich sie groß geschrieben und da der Satz weitergeht auch kein Komma gewählt…
Deinen Änderungsvorschlag habe ich dankend angenommen und eingebaut, über die letzte Zeile denke ich noch nach. Danke auch für den Begriff „Wunderwörter“.
Lieber Karl-Heinz,
Trachtenbollen gibt es vielleicht gar nicht als Wort, Bollen sind die Kuller, die zum Beispiel an den Hüten der Schwarzwaldtracht baumeln…
die von Hitze leicht Geschwächte hegt Birnbaumträume - das ist der Satz: Subjekt Prädikat Objekt, ich habe lediglich die Position von Objekt und Prädikat vertauscht, da kommt doch kein Komma hin, oder?
ich denke „von Hitze leicht Geschwächte“ ist ein Einschub in „summte sanft die Birnbaumflechte, die ihre Birnbaumträume hegte.“ Oder genauer „summte sanft die Birnbaumflechte, die von Hitze leicht Geschwächte, die ihre Birnbaumträume hegte.“ Das „die“ steht halt nur einmal da. Nun bräuchte man einen Lektor, aber lasse es so, wie es dir passt.
die erste Strophe von deinem Gedicht hat etwas sehr Märchenhaftes. Die Welt wird personifiziert- Alles ist ruhig und musikalisch.
Auch die zweite Strophe passt zu dieser traumhaften Atmosphäre. Das Wort "Birnbaumträume" gefällt mir. Ich mag einfach ausgefallene Wortschöpfungen.
Mit der dritten Strophe kommt für mich ein Bruch. Hier verliere ich den Faden und die Verbindung. Scheinbar geht es um den Übergang von Ordnung zu Unordnung, von Klarheit zu Verfremdung. Das passt vielleich für die zweite Hälfte des Gedichts. Die Welt wird fremd. Aber sicher bin ich mir nicht.
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