ziehe durch die Strassen knipse die Nachtgestirne aus vom Regen durchnässt stehe ich oben im Kirchturm Nichts suche Bergsilhouetten am Horizont Nichts nur die verschwimmenden Lichter der Stadt Rufe deinen Namen Nichts mir ist kalt schlurfe zurück zum Hotel
mir gefällt das Ausknipsen der Nachtgestirne und das Schlurfen zum Hotel… alleine diese zwei Zeilen sagen so viel über das lyrische Ich…
Ich würde das Gedicht daher etwas kürzer, um es noch mehr zu verdichten.
ziehe durch die Strassen knipse die Nachtgestirne aus. vom Regen durchnässt stehe ich oben im Kirchturm Nichts suche Bergsilhouetten am Horizont Nichts Rufe deinen Namen Nichts
Liebe Anna Ich danke Dir von Herzen für‘s Lesen, das Lob und den Vorschlag. Wie Du siehst habe ich diesen nicht komplett übernommen, da mir die verschwimmenden Lichtquellen wichtig sind. Liebe Grüsse Freya
Falls du folgende Lesart nicht willst „Ziehe durch die Strassen! Knipse die Nachtgestirne aus! (Mache du das, aber ich) vom Regen durchnässt stehe ich oben im Kirchturm.“ müsstest du noch ein „ich“ einfügen oder Satzzeichen. Anna hat es anders gelesen als ich.
Moin, ich fragte mich, wie man Nachtgestirne ausknipst. Bei entsprechendem Durst mag das funktionieren. Nass vom Regen, steht die lyrische Figur im Kirchturm, sieht keine Bergsilhouetten, Nichts. Irgendwie klingt das nach einer nordischen Ortschaft, wo ein Gebet nicht recht funktionieren wollte..
Lieber Volker Nein, kein nordischer Ort. Das Lyr-ich ist ein Mädchen vom Land, welches nicht freiwillig für eine Woche in einer Grossstadt verweilen musste. Dabei fühlte es sich wie Heidi in Frankfuhrt und vermisste ihren Liebsten. Einen schönen Sonntag Abend. Freya
ohne die Hintergrundinformation aus einem der Kommentare hätte ich dein Gedicht als einfaches Stimmungsbild gelesen. Nun, da ich weiß, dass da jemand unfreiwillig vom Land in die Stadt kommt, wirkt es völlig anders.
Dein Gedicht kommt völlig ohne Schmuck aus und liest sich beinahe wie ein Tagebucheintrag. Dieses immer wieder eingeschobene „Nichts“ wirkt wie eine Bestandsaufnahme der Enttäuschung. Wie Orientierungslosigkeit im Stadtgewühl. "Schlurfen" klingt nach erschöpft, lustlos und fremd. Was so ein einzelnes Wort ausdrücken kann. Im Gegensatz zu "gehe zurück". Und das Hotel ist kein Zuhause. Das verstärkt das Gefühl des Vorübergehenden.
Jetzt da ich weiß - dein Gedicht klingt nach Heimweh.
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