ZitatKeusche Göttin (Casta Diva aus "Norma" von Vincenzo Bellini). Diese Cavatina der Callas wurde unter der Leitung von Tullio Serafin in der Mailänder Scala aufgenommen. Bei Mondschein singt Norma, die Geliebte eines römischen Prokonsuls, im Mistelhain ihre "keusche Göttin im Silberglanze" an und bittet um Frieden. Hörzu Langspielplatte S HZE 101 Stereo, auch Mono abspielbar.
Zu Ehren Maria Callas
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Ich liebe die Lp, Maria Callas - die schönsten Arien - ich hör sie oft. Mir flog die Scheibe zu, ganz unverhofft besuch ich nun die Diamanten Galas:
Sie singt so hoch hinauf bis in den Himmel, ein Frosch singt mit, vibriert am tiefen See, ich gleite mit hinab, es schmilzt der Schnee! Begeistert lauscht sogar der größte Lümmel!
Im Mistelhain singt keusch ihr Götter Chor. Ja! alles was ich schrieb, ist nun Gestammel, ertönt die Casta Diva mir im Ohr!
Zu schön um wahr zu sein, bekomm ich Bammel, verdammt, ich werd noch kleiner wie zuvor, zerbrech und weine stumm im Wonnetaumel!
das ist geschickt gemacht, in der letzten Zeile des Sonetts statt des reinen Reims einen Halbreim zu verwenden, und somit das eigene "Gestammel", angesichts der Schönheit des Gesangs zu unterstreichen. Viel schöner wäre es, die Erhabenheit des Liedes zu vermitteln, aber wenn es nicht geht, dann bleibt nur die authentische Resignation in die eigene Unzulänglichkeit. Und vielleicht haben wir in diesen kriegerischen Zeiten auch den Glauben daran verloren, dass solch eine erhabene Bitte um Frieden etwas bewirken kann.
Moin Moin, das sieht sehr gut aus, einen großen Dank an Gabi. Nun steht sie da, die Sonette Callas, poliert und aufgebockt, Preis: VHB, ohne Garantie. Oldtimerzulassung. TÜV neu. Probefahrt möglich. Komplettservice.
Zitat von Thomas im Beitrag #3Lieber Volker, das ist geschickt gemacht, in der letzten Zeile des Sonetts statt des reinen Reims einen Halbreim zu verwenden, und somit das eigene "Gestammel", angesichts der Schönheit des Gesangs zu unterstreichen.
Sie singt so hoch hinauf bis in den Him - mel, ein Frosch singt mit, vibriert am tiefen See, ich gleite mit hinab, es schmilzt der Schnee! Begeistert lauscht sogar der größte - Lüm - mel!
Im Mistelhain singt keusch ihr Götter Chor. Ja! alles was ich schrieb, ist nun Ge - stam - mel, ertönt die Casta Diva mir im Ohr!
Zu schön um wahr zu sein, bekomm ich - Bam - mel, verdammt, ich werd noch kleiner wie zuvor, zerbrech und weine stumm im Wonne - tau - mel!
Hi Thomas, 2silbige Endreime sind sehr selten, ich gestatte mir eine nähere Betrachtung der vorliegenden Metrik. Ich weiß du kennst dich diesbezüglich sehr gut aus, aber ich denke auch an unsere Leser: mel - mel - mel - mel . . . . Sie erklingen weich, unbetont und über die Verse hinweg umarmend. him - Lüm - stam - bam - tau . . . . auch diese vorgesetzten Silben haben Klangumarmungen, diese finden statt auf der hinteren Hälfte der Silbe, hier 4 x das lange mmmm. Tau bricht damit. Anders wäre es bei Tammel, Fummel, Tummel etc., wobei Fummel und Tummel auch keine echten Doppelendreimbildungen wären, Fum Tum, Mel, Mel. Aber das uuuuummm, es tönet lange, es schallt...auch nach. Tau ist da anders, kurz und kräftig, wird aber unterbrochen im Nachhall, eben durch MEL: WonnetauMEL Schreib ich nun vom Tau, der morgens glitzert, und schau, dann wird diese Silbe wieder länger.
Setzt sich ein neuer Buchstabe dran, dann wird es wieder kurz: Taum, Traum, Schaum. vs tau, trau, au, schau.
Ich behaupte vorsichtig, unsere Ohren und Lippen unterscheiden die deutschen Silben nicht nur nach Klangstärke und Volumen, sondern auch nach den Längen, beziehungsweise dem Nachhall-, oder der Nachhalllänge.
Terzette1: Im Mistelhain singt keusch ihr Götter Chor. xXxXxXxXxX Ja! alles was ich schrieb, ist nun Gestammel, X!XxXxXxXxXx ertönt die Casta Diva mir im Ohr! xXxXxXxXxX
Die Versfriktion in T1V2 ist gewollt.
Ich denke, lieber Thomas, der voll Hingabe triefende Bittgesang der Norma, die ihre "keusche Göttin im Silberglanze" ansingt-, anfleht und um Frieden bittet, ist heute wieder Beachtenswert. Er kommt daher wie ein Bittgebet.. Ein Flehen nach Frieden, ich flehe dich an...keusche Göttin. "Vermutlich" konnte die Maria Callas dieses Flehen repräsentieren wie kein(e) andere. Nana Mouskori, ich meine es sagen zu dürfen, konnte diese filigrane Gestik der Callas gut adaptieren.., andere konnten und können die Norma verkörpern, aber die Callas hat hier ein Alleinstellungsmerkmal. Ich empfehle die Aufzeichnung Paris 1958, auf YouTube gespeichert. Möge Frieden in uns kehren. Danke, Fietje
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