Als erstes wach ist Jäck, mein Hund will immer spielen. Der Hahn auf Nachbars Hof, er schläft bis in den Tag, es ist erst 9, da kräht der Chef, wie ich es mag, und draußen auf dem Feld, da blökt ein Schaf von vielen.
Die Winde flüstern sanft: Komm raus und lass dich fallen, im Garten sitz ich dann und hör den Vöglein zu. Ein König pfeift sein Lied, die Kuh am Zaun ruft Muh. So klingt mein kleines Dorf, in Trance bin ich verfallen.
Die Blumen lachen leis, kaum ist's mir aufgefallen, da rauschen Trecker laut am Haus nur knapp vorbei! Ein Jet von West erdröhnt! Und dröhnt, er dröhnt, dann zwei! Die Welt verstummt im Lärm, ein aufeinander prallen!
Motorenmacht-K.O. - sie riss die Zeit entzwei! Nun bin ich wach und hör', die Welt im Lärm zerfallen. Die Seligkeit vorbei, ich hasse diese Hetzerei!
Natur und Frieden war, ich hör ein lautes knallen, nur schnell ins Haus zurück, ein Verslein muss herbei: Ein Dichter trotzt der Zeit und lässt sich nichts gefallen!
damit man merkt, das dies geändert, schreib ich was. 2 kleine Fehlerchen hab ich verbessert und kommentiert hat jemand, nämlich Freya, auch der Top Button ist ein Kommentar. Man kann nicht zu allem etwas kommentieren, daran musst auch Du Dich gewöhnen.
gerade fehlt mir etwas die Ruhe, die dein Gedicht vermittelt. Aber die Monotonie des bedächtig einherschreitenden Alexandriners hilft mir. Mir gefällt die Selbstironien des Gedichtes. Die Rettung vor dem störenden Lärm: Ein Verslein muss herbei, wozu die Höllerei, gepaart mit der Hetzerei dann beiträgt.
Liebe Grüße Thomas
P.S.: natürlich freue ich mich, dass du alte Formen ausprobierst
Hi, danke für die Kommentare und etwas Aufmerksamkeit für dieses Gedicht. Alexandriner finde ich gut, diese Form ist wohl etwas verstaubt. Ich meine aber, diese Form findet wieder Interesse. In Q2V4 war ein Komma zu viel, habe ich entfernt. Der Begriff "Höllerei" geht, denke ich, als Okkasionalismus durch. Lg Nachtrag: mmmh, ich habe die Höllerei doch entfernt, viel zu okkasionalistisch
ich habe deine Verse wie einen Film erlebt, dem ich gerne gefolgt bin und war eigentlich selbst mittendrin, neben dir. Toll geschrieben, gerade, weil die Form anspruchsvoll ist, ist das ein kleines Kunststück.
Moin Moin, das ja nett, danke, danke. Wir alle hier wollen der Welt mit Kunst begegnen, es freut mich daher, das dieses Gedicht als ein Stück Kunst Anerkennung gefunden hat, das gibt Wärme für 3 Winter. Ich habe noch in T3V1 eine Veränderung vorgenommen, aber das fällt kaum auf.
Ich mache mir einen Zettel an den Bildschirm, keine Zitiererei mehr...
Ich hatte im Gedicht auch eine Ei-Störung, zuviel Ei ei ei in den Kadenzen, nun geht's. Dank kleiner Denkanstöße eurerseits ist mir der Feinschliff nun gelungen. Thanx Fietje
Das Problem beim Alexandriner ist, dass diese recht starre Form der Phrasierung (und dem emotionalen Ausdruck) enge Grenzen setzt. Für ironisierend Texte eignet er sich meiner Meinung nach jedoch.
Schiller In das Gewölk hinauf sendet mich nicht mit Jupiters Blitzen, Aber ich trag euch dafür ehrlich zur Mühle den Sack.
Goethe Der Alexandriner war ein Prokrustesbett, worauf jedes Talent, das sich nicht nach ihm zu dehnen oder zu verkürzen wußte, jämmerlich gemartert ward.
Hi, natürlich erscheint mein Alexandriner nicht mit gewallt in ein zu kleines Bett gepresst, sondern kommt locker daher. Das ist auch keine Prokrustesbettige' Form mehr, ich meine die heutige Sprache lässt sich ganz gut in diese antiquierte Form betten. Also lieber Goethe, gemartert ist der Fietje nicht, mir fällt diese Form sogar recht leicht von der Hand, der Feinschliff aber nötigt mir sehr viel Zeit und Geduld ab. Mein Alexandriner hat auch nicht gänzlich die strenge alte Regel bewahrt, einige Zäsuren sind "beweglicher". Gefühlt habe ich aber den Sack zur Mühle getragen... Danke Fietje
wie ein Film ziehen die Worte an mir vorbei - das trifft es. Mir gefiel auch die Ironie gut und wie man doch mit der Kraft der Worte dem Höllenlarm draußen begegnen kann und sich dem nicht hilflos ausliefern muss.
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