Zwischen uralten Steinen, wo der Tag sein Licht nur zögerlich verliert, stehst du beharrlich, leuchtend in deinem stillen Mut und doch vergessen hinter staubigen Tonnen.
Bist fröhlich dem Wind gefolgt, um aus der Fuge zu kriechen. Nun stehst du zwischen den Steinen, aufrecht und löwenbemähnt mit schmalen, tiefgrünen Blättern
Zwischen den Steinen, glatt geschliffen vom Atem vieler Jahre, ragst du wie ein Juwel, einem kalten Ort unerwartete Schönheit abringend.
Deine Blüten strahlen gelb und orange wie kleine Sonnen. Sie tragen ihr seltenes Licht in diese dunkle Ecke - und mir stockt unerwartet der Atem.
von der Überschrift an eine Ode, in der die Blume angesprochen, sogar gefragt wird. Und sie wird sogar zur (kleinen) lichtbringenden Sonne. Lediglich mit der letzten Zeile hadere ich ein wenig, und frage mich, ob das Ich sich vielleicht zurückhalten sollte.
mir sagt deine Ode sehr zu und im Gegensatz zu Thomas Meinung schätze ich hier das „ich“ besonders, da ohne den Betrachter und dessen Reaktion die Wirkung auf ihn nicht thematisiert würde…
Herzlichen Dank an euch beide, für euer Lob, dass ihr euch mit meiner kleinen Ode und Blume auseinandergesetzt habt. Die letzte Zeile möchte ich eigentlich stehen lassen - ich glaube, sie verhindert ein bisschen, dass es zu kitschig wirkt.
dieses "mir stockt unerwartet der Atem" unterstreicht meiner Meinung nach die Bedeutung dieser so eine kleinen Blume, die man leicht übersehen kann. Du zeigst damit sozusagen, wie sich das Große im Kleinen abbildet und dafür braucht es die Resonanz eines Gegenübers, in diesem Fall das Lyrische Ich. Ich habe mich gefragt um welche Blume es sich wohl handelt, ist es die Ringelblume oder gar der kalifornische Mohn?
Bitte kläre uns doch auf...
Liebe Grüße und vielen Dank für diese feierliche Andacht und Würdigung einer Pflanze im Verborgenen.
so winzig war das "Löwenmäulchen" (siehe Bild) gar nicht, aber sie ist aus altem Steinplaster unter einem ebenfalls alterndem Autoanhänger gewachsen. Da stand sie einsam und allein und hat mich begeistert. Keine Ahnung, wo die so plötzlich herkam.
ich habe jetzt dem wunderschönen "Leuemüli" den verdienten Glanz verliehen, indem ich den richtigen Link angepasst habe. Das Löwenmäulchen ist übrigens eine meiner Lieblingsblumen, einige sagen auch Unkraut (Gattung) dazu 🤗
dein wildes Löwenmäulchen hast du mit deiner Ode sehr geehrt. Ich finde die Zuschreibung der Sonne für die Blüten sehr schön. Ihr Mäulchen ist mir auch sehr lieb. Formal hast du dich rhythmisch auch "frei" bewegt, aber bewusst ungereimt, so wie manche andere Odenstrophe auch daher kommt. Das passt gut.
Schön, dass du uns ein Ergebnis präsentiert hast, bei all dem "Ussel", der um dich herum noch herrscht.
herzlichen Dank für deinen zugewandten und positiven Kommentar. Es war eigentlich gar nicht von mir geplant ungereimt zu schreiben, aber es hat sich mit dieser Blume einfach so ergeben.
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