Zwischen deinen Zweigen klingen Lieder, wenn der Wind dein Blattwerk sanft bewegt. Gülden färbt die Sonne deine Glieder, und dein Samen sich zum Fluge regt.
Liebesschwüre tragen deine Stämme, aus der Gegenwart in alle Zeit. Ach, wie gern auch ich ein Liedchen sänge, und der Wind, er trüge es ganz weit.
Du bist fruchtbar in der weiten Heide, manche Feuer hast du schon gesehen. Du überlebst, während ich, beileibe hoffe, auf kleine Wunder die Geschehen.
deine lyrische, leicht volksliedhafte Ode überzeugt mich mit einer warmen Grundstimmung. Traditionell, metrisch sauber mit klaren und durchgehenden Kreuzreimen, klassischer Aufbau, sowie einem Tonfall erinnert an typische romantische Naturgedichte oder an ein Volkslied. Stimmig dazu sind auch deine etwas antiquierten Ausdrücke wie „gülden“ oder „auf Messers Schneide“. Wobei Letzteres etwas abgenutzt in vielen Gedichten vorkommt. Unpassend finde ich ihn aber nicht.
Deine Ode ist schön zu lesen, heiter und leicht, vielleicht könnte dein Schluss noch einen Hauch überraschender sein, muss aber nicht.
ich habe beim Lesen deiner Ode daran gedacht, was so eine Birke wohl während ihres Daseins alles erlebt. Wie alt wird eigentlich eine Birke, das muss ich dirakt mal nachlesen. Wie bist du darauf gekommen, eine Ode für eine Birke zu schreiben?
Mir gefällt die erste Strophe besonders gut, weil sie mich als Leserin gleich in eine klassische "Birkenszene" einlädt. Vor meinem inneren Auge stiegen Bilder vom Moor auf, aber auch Bilder von Max Liebermann, in dessen Berliner Garten am Wannsee viele Birken stehen. Genau dieses sanfte Bewegen des zarten Blattwerks habe ich dort schon erlebt.
danke für eure Kommentare. Und ja, lieber Thomas, auf Messers Schneide wirkt zugegeben nur dann passend, wenn man den Kontext kennt, unter dem diese Ode entstand. Dazu muss ich ausholen. - Ich war vor ein paar Tagen bei meiner Klavierlehrerin. Ihr Vater bekam vor vielen Jahren bereits eine gesundheitlich vernichtende Diagnose, mit einer ausgesprochenen Lebenserwartung von wenigen Monaten. Sein Lieblingsbaum ist die Birke, die in Sibirien wohl häufig vorkommt, woher er kommt.
Und er lebt! Nun schon über fünf Jahren nach Diagnosestellung weiter. Oft, wenn es kritische Zustände gab, stand sein Leben "auf des Messers Schneide" aber er lebt noch, bis heute.
Ich muss schauen ob mich die Muse nochmal anfliegt und ich einen eindeutigeren Bezug zur Birke hinbekomme, der Allgemeingültig ist. Mal sehen, oft besucht mich die Muse aktuell nicht.
Liebe Grüße der Sanderling
PS. Am Egelsberg in Krefeld, meinem heimischen Lieblings NSG, stehen auch sehr viele Birken. Eines der letzten Fotos setze ich mal unter meinen Beitrag.
danke für deinen Anstoß zu einem möglichen, anderen Ende. Deine Idee setzte in.mir das Suchen wieder in Gang und ich fand einen anderen Abschluss. Danke!
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