#1 Unklarheit von Thomas 19.01.2019 20:29

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Unklarheit

Ich sitze am Fenster;
jungfräulich morgenerrötet
der Schleier am Himmelssaum.

Ich sitze am Fenster;
alles ist abgetötet,
der Schmerz und der Lebenstraum.

Ich sitze am Fenster,
augenhöhlenverödet,
sehe das Morgenrot kaum.



© Ralf Schauerhammer

#2 RE: Unklarheit von Sanderling 19.01.2019 22:34

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Lieber Thomas,
heute hatte ich noch darüber nachgedacht, ob ich nicht mal ein typisches anna Gedicht schreiben soll, falls ich es überhaut könnte.
Derolli und die anderen Leser* hatten hierüber ja einen lebhaften Diskurs bei annas letztem Gedicht. Dein Gedicht erinnert mich an annas Gedichte.

Darüber hinaus ist es aber eben doch ein Thomas-Gedicht geworden, denn du entwickelst quasi eine Trilogie, die immer gleich beginnt; ihre Varianten gehen dann aber in völlig unterschiedliche Sinn-Richtungen. Ein sehr gelungenes Experiment, lieber Thomas.
Mir gefällt es sehr und beweist außerdem Derollis These, es kommt mehr auf die Empathie und Phantasie an, als auf das Geschlecht des Schreibers.
Liebe Grüße
der Sanderling

#3 RE: Unklarheit von Thomas 21.01.2019 19:12

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Lieber Sanderling,

vielen Dank für das Lob für mein kleines Form-Experiment, welches übrigens beim Nachdenken über eines deiner Gedichte entstanden ist.

Liebe Grüße
Thomas

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