#1 Ewiger Reigen von Carlino 17.12.2018 00:02

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Ewiger Reigen

Und wiedermal blühet der Flieder,
erbeben und zittern die Glieder.
Der hellblaue Himmel so klar...
Die Liebenden paarweis sich winden
im Wald unter duftenden Linden,
Erfolg stellt sich ein übers Jahr!

#2 RE: Ewiger Reigen von Sanderling 17.12.2018 06:41

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Lieber Carlino,
deine Schweifreim-Strophe ist bildreich gestaltet und gibt Düfte und Fantasie frei. Was wünscht sich der Dichter mehr!?
Und, sich einmal gemeinsam unter Linden winden, kann ja auch reichen um neues Leben auf den Weg zu bringen. Sehr schön geschrieben.
Liebe Grüße
der Sanderling

#3 RE: Ewiger Reigen von Thomas 17.12.2018 08:08

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Lieber Karlheinz,

das fehlende "e" am Ende von "paarweis" erzeugt eine Sprachstil, der sich mit dem gehobenen des "blühet" beißt. Wie wäre es mit "Die liebenden Paare sich winden" oder ähnlich?

Liebe Grüße
Thomas

#4 RE: Ewiger Reigen von Carlino 17.12.2018 09:21

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Lieber Sanderling,

das „sich winden unter Linden“ meint nicht einen einmaligen Akt, sondern, darauf deutet ja schon Überschrift“, das ewige Erwachen der Frühlingsgefühle!

LieberThomas,

der Stilbruch erzeugt in Quäntchen Ironie und ist daher angebracht, meine ich...

Liebe Grüße euch beiden aus Lüli
Karlheinz

#5 RE: Ewiger Reigen von Sanderling 17.12.2018 10:08

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Lieber Carlino,
der Verweis auf die Einmaligkeit des Windens sollte nur einen Bezug zum Umfang deiner/s Verses setzen.
Der Frühling soll ruhig dauerhaft beflügeln .
Liebe Grüße
der Sanderling

#6 RE: Ewiger Reigen von Ostseemöwe 17.12.2018 11:30

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lieber Carlino
ich musste wohl allein durch den Titel sofort an Arthur Schnitzlers Drama "Der Reigen" denken. Besonders durch
die Zeile: Die Liebenden paarweis sich winden
der Satz fordert den Leser gerade heraus zu fragen" oder soll es ein Dreier" sein. Vor allen Dingen hat dieses "winden" etwas krampfhaftes. Da ist nichts leichtes von Frühling und verliebt sein.
Dann passt nur unter der Voraussetzung "Erfolg" in der letzten Zeile, wenn der Leser dieses Eingenebelt sein vom Duft nicht als Verschleierung, als dekadent auffasst.
Ich würde ja fast geneigt sein dem Gedicht die Krönung auf zusetzen und das Gedicht mit dem Satz enden zu lassen:
Betrug stellt sich ein übers Jahr!

Lass Dich jetzt bitte nicht von meinen Gedanken verunsichern. ich habe einfach mal alles so aufgeschrieben wie es mir in den Kopf gekommen ist. Es könnte auch sein, ich liege völlig falsch.
herzlichst Ilona

#7 RE: Ewiger Reigen von Carlino 17.12.2018 17:00

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Lieber Sanderling, liebe Ilona,

„winden“ ist in der Tat krampfhaft gemeint, denn der ewige Reigen ist triebhaft. Es geht hier nicht um das leichte und freudige Gefühl des Verliebtseins, sondern um das Getriebensein, und Erfolg meint hier nicht unbedingt Positives sondern ein unter Umständen nicht beabsichtigtes Resultat, die unbeabsichtigt erfolgende Schwangeschaft im Rausch der Düfte.

Liebe Grüße und herzlichen Dank aus Lüli
Karlheinz

#8 RE: Ewiger Reigen von Heike 17.12.2018 17:28

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Lieber Karl-Heinz, die Frühlingsgefühle sind eben mächtig am "werkeln"?
für Z4 fällt mir spontan , die liebenden Paare, ein.
Mir gefällt es aber auch so.
LG Heike

#9 RE: Ewiger Reigen von Carlino 18.12.2018 17:44

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Liebe Heike,

ich bleib doch lieber bei „paarweis“ aus den oben genannten Gründen!

Freut mich, dass es dir gefällt!
Liebe Grüße aus Frankfurt
Karlheinz

#10 RE: Ewiger Reigen von Martin123 19.12.2018 15:09

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Hallo, mein lieber Carlino,

da ich leider krankheitsbedingt im Forum nicht mehr aktiv bin, habe ich deine letzten Gedichte nicht mehr gelesen. Daher freue ich mich, endlich ein Gedicht von dir lesen zu können!
Ich finde, dass du mit "Und" beginnst, ist klasse, weil es eine Unmittelbarkeit erzeugt. Der Leser ist sofort im Geschehen mittendrin. Die Zeile "Der hellblaue Himmel so klar..." stört mich gewaltig! Ich verstehe es nicht. Der Satzabbruch macht auf mich so einen skizzenhaften Eindruck, was ich schade finde, weil der Text auf mich eigentlich bereits vollendet wirkt. Mir geht sinngemäß durch den Kopf, "was man träumt, wird wahr", weil man die Frühlingsgefühle sehnsüchtig erwartet hat...


Liebe Grüße
Martin

#11 RE: Ewiger Reigen von Carlino 19.12.2018 16:56

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Lieber Martin,

ich hoffe doch sehr, dass es dir inzwischen besser geht und dass du wieder aktiver teilnehmen kannst!

Die Zeile, die du bemängelst, könnte man ohne große Eingriffe zu einem vollständigen Satz umwandeln:
„Der Himmel ist hellblau und klar.“ wäre eine mögliche Variante. Doch mir gefällt gerade diese offene und unvollendete Form mit den drei Pünktchen und das Fehlen des Verbs stört mich gar nicht.

Jedenfalls vielen Dank, dass du mir eine Rückmeldung gegeben hast...
Viele Grüße aus Frankfurt
Karlheinz

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