#1 Enttäuschung von Eminenz 31.01.2014 01:27

avatar

Enttäuschung

So und nicht anders ist das Leben
Anfangs zu hoffen und dann aufzugeben.

Der erste Schlag
Ein Mensch erblickt das Licht der Welt
Erkundet, staunt, strebt langsam auf,
Er weiß noch nichts - will alles wissen
Oh Unheil Du, nimm Deinen Lauf.

Der nächste Schlag
Das System des Seins ist nun bekannt
Der Mensch will ändern, nimmt nichts hin,
Das Unrecht brennt auf seiner Seele
Schlussendlich macht es keinen Sinn.

Und noch ein Schlag
Verzweiflung steigt, die Hoffnung fällt
Nichts wird bewegt - alles stagniert,
Es scheitert an der Übermacht der Welt
Was tut der Mensch? Er resigniert.

Der letzte Schlag
Der letzte Wille ist gebrochen
Das Ende naht - es ist soweit,
Der Atem steht, das Licht versiegt
Es triumphiert die Ewigkeit.

#2 RE: Enttäuschung von Yette von York 31.01.2014 07:26

avatar

Lieber Eminenz,
man könnte deinem Text nach der grundsätzlichen Annahme sein, jeder einzelne Mensch hätte zwangsläufig die gleiche Biografie in der Form, daß er im Laufe seines Lebens generell zu der Überzeugung gelangen wird, es lohne nicht, für seine Ziele zu kämpfen bzw. andererseits gegen globales Unrecht aufzubegehren. Dafür werden äußere Umstände herbeizitiert, im speziellen eine imaginäre „Übermacht“.
Sollte das wirklich als Dogma gelten, regiere – volksmundig formuliert – in der Welt prinzipiell eine Art unbeschränkte Prädominanz.

In diesem Kontext finde ich dein Gedicht nicht nur sehr überzeugend, sondern auch lobenswert.

Alles Liebe von Yette

Xobor Xobor Community Software