#1 Des Grafen Lieb (Ballade). von 27.12.2017 16:24

Wer schreibt da weinend einen Brief?
Es ist Marie, die heut nicht schlief!
Ihr Liebster, den sie gestern traf,
ist hochgeborn, der Sohn vom Graf.

Sie schreibt, ich kann es nicht verstehn,
warum solln wir uns nicht mehr sehn.
Auch wenn ich nicht von hohem Stand,
gab es stets viel, was uns verband.

Nachdem ich liebend bei Dir lag,
denk ich an Dich jetzt jeden Tag.
Schon spüre Leben ich in mir.
Du weißt es auch, es ist von Dir.

Was soll nun werden, Du mein Lieb,
geh doch nicht von mir wie ein Dieb.
Weil Deine Herkunft, die uns trennt,
hier nicht die Pflicht der Liebe kennt,

willst Du ein edles Fräulein frein,
und lässt mich in der Not allein.
Wen stört dann noch was aus mir wird,
in Not die mich ins Elend führt,

mit einem Kind von guter Art,
für Deine Welt nur ein Bastard.
Dies ist mein letzter Hilfeschrei.
Für mich ist alles Glück vorbei.

Mein Herz ist mir so schwer wie Blei,
bald steht es still, dann bin ich frei.

#2 RE: Des Grafen Lieb (Ballade) von Heliane 27.12.2017 18:28

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Hallo Hans,
schau bitte ganz intensiv über Interpunktion und Rechtschreibung; auch die Metrik ist nicht durchgängig gelungen. Manchmal helfen lautes Lesen oder die verpönte X-erei.
Ansonsten eine gute Idee und gut umgesetzt, gefällt mir.
LG, Heliane.

#3 RE: Des Grafen Lieb (Ballade) von Heike 27.12.2017 22:30

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Lieber Hans, wenn ich könnte würde ich ein gutes Wort für Marie einlegen und lieber den Grafensohn über die Klinge springen sehen als sie. Spannend und traurig ist deine Ballade.
LG Heike

#4 RE: Des Grafen Lieb (Ballade) von Klatschmohn 28.12.2017 09:05

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Liebe Heike,

das Lesen Deines Gedichtes tut im Herzen weh und dabei meine ich gar nicht so sehr die Schmerzen, die Marie betreffen, als die des ungeborenen Kindes.
Es muss kein Graf sein, aber so etwas passiert ja heute noch. Ein Kind kann nichts dafür und muss die Verantwortungslosigkeit der Erwachsenen ausbaden. Das bringt mich immer wieder in Wut und Zorn und auch heute sieht sich eine eher mittellose Frau, noch vor große Probleme gestellt, wenn sie schwanger wird und sie ihr Kind alleine aufzieht.
Allerdings will ich trotzdem nicht das Glück ableugnen, das ein Kind einem bescheren kann.
Ich habe auch erst gedacht, dass Du „verstehen und sehen“ schreiben solltest, aber dann habe ich gemerkt, dass Du nur männliche Endsilben verwendest hast und vielleicht wolltest Du auch damit etwas aussagen.

Herzliche Grüße,
Heidi

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