#1 Novembersonne von Sanderling 22.11.2017 07:03

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Novembersonne

Obwohl die Sonne hoch am Himmel steht
wird Dunkelheit den Tag bestimmen.
Die Hoffnung wird wie ausgehungert sein
und Zukunft heute unvorstellbar.

Wenn Tränen fließen ohne Unterlass,
der Mensch getragen werden möchte,
droht er den Halt doch zu verlieren heute,
da all das Hoffen und das Lieben,

ganz still in kurzem weißen Holz zur Erde fährt.

#2 RE: Novembersonne von Thomas 22.11.2017 08:18

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Lieber Sanderling,

sehr traurig-schön und ergreifend, ich konnte es kaum vermeiden zu weinen.

Liebe Grüße
Thomas

#3 RE: Novembersonne von Sanderling 22.11.2017 18:13

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Lieber Thomas,
manchmal sind Texte sehr nah am Leben und eben auch dem Tod. Am Frühstückstisch entstand der Text und vier Stunden später flossen dann auch meine Tränen. Eine Mutter trägt die Urne ihres Kindes vor ihrem Leib zu Grabe, das sprengte meine morgendliche Vorstellungskraft nochmal.
Danke für dein Mitfühlen und das Lob für den Text.
der Sanderling

#4 RE: Novembersonne von 22.11.2017 18:27

Lieber Sanderling,

der Tot eines Kindes ist ein Schicksal, das auch alle sehr ergreift und den hellsten Tag trübe macht. Eine traurige Geschichte.
droht er den Halt doch zu verliert heute,-----Vorschlag-----droht heute er den Halt doch zu verlieren,

LG Hans

#5 RE: Novembersonne von Sanderling 22.11.2017 18:34

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Lieber Hans,
Danke für deine Worte und den Änderungsvorschlag. Der Satz stand ursprünglich genau so, wie du ihn nun vorschlägst. Doch da fiel mir Heliane ein, die schon mal "verdrehte Sätze" anmahnt. Da hab ich es gelassen .
Liebe Grüße,
der Sanderling

#6 RE: Novembersonne von anna a. 22.11.2017 18:43

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Lieber Sanderling,

auch mich hat das Gedicht sehr berührt. Ich habe mich gefragt, ob du wirklich das Wort sterben in der letzten Zeile benutzen musst oder ob du das nicht anders beschreiben könntest - so , dass der Leser von ganz allein darauf kommt.

Der letzte Satz kommt natürlich wie ein Schlag daher und bildet einen starken Kontrast zu dem weißen Sarg. Ein Kind zu Grabe zu tragen, diesen Gedanken kann ich kaum aushalten...

Betroffene Grüße

anna a.

#7 RE: Novembersonne von Sanderling 22.11.2017 18:51

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Liebe anna,
du hast Recht anna. Vielleicht wäre: "..in kurzem weißen Holz...." völlig genug, und die Vorstellung geht dann ohnehin in die Richtung.
danke für die Anregung!
viele Grüße,
der Sanderling

#8 RE: Novembersonne von Clara 22.11.2017 20:50

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Lieber Sanderling,

von allem Leid das einen so treffen könnte ist der Verlust eines Kindes wohl das schlimmste. Eine sehr nahe Freundin musste ihr Zweijähriges, nachdem es unter einen LKW gelaufen war - in einem weißen Sarg - beerdigen. Obwohl es schon eine Weile her ist, vergesse ich niemals die Ohnmacht und den stillen, kaum auszuhaltenden Schmerz der Mutter.

Sehr berührend und sehr feinsinnig formuliert.

Liebe Grüße
Clara

#9 RE: Novembersonne von Sanderling 22.11.2017 22:00

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Liebe Clara,
aus der Annäherung an die Vorstellung dieses Ereignisses entstand der Text. Es scheint immer wieder Momente im Leben zu geben, in denen das Schreiben wie eine erste Hilfe ist. Auch wenn sich der Schmerz hierdurch nicht auslöschen lässt, so ist die Seele dann doch nicht nur verwundet, sondern auch etwas getröstet.
Danke für deine Worte und viele Grüße,
der Sanderling

#10 RE: Novembersonne von Heike 23.11.2017 23:27

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Lieber Sanderling,
das ist traurig. So traurig.
Und gut geschrieben.
LG Heike

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