#1 Ein Lied. von Heliane 27.03.2017 09:19

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Ein Lied

Freut euch der Heimat und steht beieinander,
liebt ihre Schönheit, die Stadt und das Land.
Ehret Wahrhaftigkeit, lernt voneinander,
reichet den Menschen im Guten die Hand.
Glaubt an das Leben, die Freiheit und Würde,
tragt sie in Ehren und niemals als Bürde.

Hebt eure Stimmen, wenn Feinde euch schrecken,
trotzt mit Verachtung dem rasenden Mob.
Drängt ihn zurück in die finsteren Ecken,
ruft ihm ein unüberhörbares „Stopp“!
Duldet nicht Feindschaft, nicht Lügen, Legenden,
wehrt euch, sucht Wege und lasst euch nicht blenden.

Pfleget die Freundschaft mit Andren im Lande,
hegt sie mit Treue und Brüderlichkeit.
Knüpft ohne Ansehen kräftige Bande,
gebt jede Tröstung und Gastfreundlichkeit.
Meidet den Hass, kämpft um Liebe entschieden -
dann schenkt die Heimat ein Leben in Frieden.
(Jauchzet, frohlocket, Weihnachtsoratotium, Bach)


LookBackInAnger hat mir erlaubt, ihr Deutschlandlied von 2009 hier einzustellen:
Das Deutschlandlied

1. Strophe (verboten)
Plastikschilde, Kevlarhelme, Knüppel, Tränengasodeur.
Ja, wir machen jedem Beine, der nicht spurt und auch nicht hört!
Sechzig Jahre unsre Mühe - was uns das gekostet hat!
Dass er stets am reinsten blühe - unser Deutscher Herrenstaat!

2. Strophe (verbogen)
Fette Ärsche, weiche Hirne, große Worte in Fraktur.
Damit ebnen wir die Wege für die schmucke Kopfrasur.
Wieder sollen sie marschieren in den blauen Tag hinein,
dass der Deutsche dann kapiere: "Kannst ein wenig stolzer sein!"

3. Strophe (verlogen)
Kreidefelsen, Frauenkirche, Stadtschloss und die Loreley -
sogar unsre Deutschen Hirsche röhren stolz - sie sind so frei!
Und wenn einer fragen sollte, haben wir noch bei der Hand:
Goethe und die ganze Meute - für die Augen: Deutschen Sand!

#2 RE: Ein Lied von Carlino 27.03.2017 09:41

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Liebe Heliane,

es fällt auf, dass Du das Wort Deutschland vermieden hast und stattdessen von "eure Heimat" sprichst. Das ist vielleicht gut so!? Dann gefällt mir die Trias "Leben, Freiheit und Würde" sowie das altmodische Wort "Gastfreundschaft"! Kleine Bemerkung am Rande: das Ende der 2. Zeile (dem Land) geht aus grammatikalischen Gründen leider nicht.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Lüli
Karlheinz

#3 RE: Ein Lied von 27.03.2017 10:15

Liebe Heliane,

mit diesen guten Ratschlägen ist sicher jeder einverstanden. Welche Feinde sind hier gemeint. Sind es welche im eignen Land? Von äußeren Feinden wissen wir schon seit mehr als 60 Jahren nichts mehr, es sei denn aus den Medien, die uns Angst machen. Die Hymne ist Dir gut gelungen. Gefällt mir!

LG Hans

#4 RE: Ein Lied von Heliane 27.03.2017 11:44

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Lieber Karlheinz,
klar weiß ich, dass dieser Vers Kauderwelsch ist. Ich hab gebastelt und gebastelt ... und ihn nicht in die Reihe gekriegt; darum steht er in der Hoffnung, jemand hat einen Geistesblitz, auch hier. Dein Hinweis hat mir einen roten Kopf beschert . Inzwischen ists geändert, die Grammatik stimmt .
Dass ich Deutschland nicht erwähne, hat seinen Grund, denn dieses Lied könnte auf viele oder sogar alle (?) Länder passen. Und 'Deutschland' kann überall sein, wo ich meinen Hut aufhängen möchte und Freunde habe. Wurzeln und Heimat haben eine ganz andere Qualität, was dein Gedicht überzeugend erzählt.
LBIA empfand mein Gedicht als rechtslastig!
Sonnige Grüße aus Berlin,
Heliane.


Hallo Hans,
Feinde kannst du überall haben, sowohl innen als auch außen; unsere aktuellen 'Feinde' kennen wir allmählich, mit unserer Ruhe scheint es allmählich vorbei zu sein.
Danke für dein Lob .
LG, Heliane.

#5 RE: Ein Lied von Carlino 27.03.2017 12:51

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Liebe Heliane,

wenn ich Dich richtig verstehe, rufst Du zur Wehrhaftigkeit im positiven Sinne und zum Engagement für unsre Werte auf. Vielleicht könntest Du in diesem Zusammenhang "Feindschaft" in der 2. Strophe vorletzte Zeile durch Laschheit ersetzen, dann hättest Du auch noch ein drittes "L" !

Abermals liebe Grüße
Karlheinz

#6 RE: Ein Lied von Heliane 27.03.2017 13:26

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Lieber Karlheinz,
du meinst diesen Vers, nicht wahr?

Zitat
Duldet nicht Feindschaft, nicht Lügen, Legenden,

Hmmm, ich weiß nicht so recht. Mir ging beim Schreiben das Feindbild, das die AfD aufbaut, durch den Kopf. Dafür erscheint mir "Laschheit" etwas zu lasch .
Ich warte ab.
Herzlich,
Heliane.

#7 RE: Ein Lied von Carlino 27.03.2017 13:43

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Liebe Heliane,

Ach so, jetzt versteh ich, ich hatte andersrum gedacht, dass man nicht zu lasch sein darf und die Werte verteidigen sollte!

Gruß Karlheinz

#8 RE: Ein Lied von Thomas 27.03.2017 18:43

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Liebe Heliane,

das ist ja wirklich eine "wilde" Idee, die Melodie von "Jauchzet, frohlocket" zur Grundlage zu machen. Der Text wird dann fast zwangsläufig zu einem Appell, was für eine Hymne durchaus angebracht ist.

Wie immer auf seine Weise interessant ist die Hymne von LBIA, schön dass sie (als Kontrast) angefügt werden konnte.

Liebe Grüße
Thomas

#9 RE: Ein Lied von Heliane 27.03.2017 18:58

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Lieber Thomas,
als ich die Aufgabe las, hatte ich sofort das "Jauchzet ..." im Kopf und da bliebs auch. Leider konnte ich einen "frohlockenden", also heiteren Text darin nicht unterbringen. Darum musste ich mich auf die etwas schwerfällige Sprache beschränken.
Ja, die Hymne von LBIA gefällt mir auch gut, sonst stünde sie nicht hier.
Danke fürs Lob und herzliche Grüße,
Heliane.

#10 RE: Ein Lied. von Heike 27.03.2017 19:23

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Liebe Heliane, was für eine schöne Hymne! Da würde ich sofort jedes Wort unterschreiben. Eine Lehrstunde für jeden Menschen und ganz ohne Pathos. Nun müssen wir die nur noch in alle Köpfe hämmern, dann hätten wir alle eine Heimat in der jeder gut und glücklich leben kann. Wenn das ein großer Chor singt muss es doch einfach klappen. Am besten in Dauerschleife bis es alle begriffen haben. Es könnte soooo einfach sein!


Meidet den Hass, kämpft um Liebe entschieden -
dann schenkt die Heimat ein Leben in Frieden.

Lieben hoffnungsvollen Gruß Heike.

#11 RE: Ein Lied. von Sanderling 27.03.2017 20:32

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Liebe Heliane,
ich freue mich über deine aussagestarken Strophen, voller schöner Bilder von einer Gesellschaft ohne Rand.... "suchet Wege"....und "..dann schenkt die Heimat ein Leben in frieden" lassen mir ein Gänsehautgefühl aufkommen.
Eine ganz schöne Fleißarbeit war das!
liebe Grüße,
Thomas

#12 RE: Ein Lied. von Heliane 27.03.2017 20:49

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Ja liebe Heike,
es könnte wirklich ganz einfach sein! Ich habe keine Ahnung, warum es nicht klappt.
Ich freue mich sehr über dein Lob zu meiner Hymne, hab vielen lieben Dank.
Herzliche Abendgrüße,
Heliane.

Lieber Sanderling,
ich bekomme bei allen Nationalhymnen, beispielsweise bei Olympischen Spielen, eine Gänsehaut. Nicht zuletzt, weil die Sportler immer sehr andächtig sind. Wenn du beim Lesen meiner Hymne auch eine Gänsehaut bekommen hast, dann habe ich ins Schwarze getroffen .
Ja, es war in der Tat eine Fleißarbeit. Zwar hatte ich zuerst die Melodie im Kopf, was die Arbeit ein wenig erleichterte, aber ich bekam meinen Text sehr schwer ins Metrum. Jetzt kannst du ohne Probleme das „Jauchzet …“ danach singen (wenn du die 'Schleifen' beachest ).
Danke fürs Lob und herzliche Grüße,
Heliane.

#13 RE: Ein Lied. von Klatschmohn 27.03.2017 21:08

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Liebe Heliane,
Du hast ja ein ganzes Feuerwerk von positiven Aufrufen getätigt.
Wenn nur ein ganz kleiner Teil davon beherzigt würde, dann sähe es in der Welt wohl besser aus.
Am besten gefällt mir die zweite Strophe mit dem unüberhörbaren „Stopp!“
Das allerdings kann man nicht laut genug und oft genug rufen.
Rechtslastig empfinde ich Dein Gedicht auf keinen Fall, lass Dich nicht irre machen.
Vielleicht aber, ist ein kleines bisschen zu blauäugig, oder?
Liebe Grüße, Heidi

#14 RE: Ein Lied. von Ostseemöwe 28.03.2017 09:44

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liebe Heliane
wenn ich die beiden Gedichte lese, dann lese ich einmal von einer Heimat und einmal vom Deutschen Staat. Hier sehe ich den großen Unterschied. Der Staat ist immer ein politisches Gebilde mit einer Machtstruktur. Diese zu hinterfragen ist für mich legitim. Die Heimat ist ein Ort zu dem ich eine Beziehung auf gebaut habe, durch die Lebensform die die Menschen geprägt hat.
Deshalb kann ich diese beiden Texte nicht vergleichen in dem ich sage, Deiner wäre rechtslastig.
Dein Text ist ein Aufruf die Heimat zu würdigen und zu lieben. Ich denke den wird fast jeder Mensch, egal wo er wohnt und wie er zum Staat steht unterschreiben.
Ich würde ihn nicht als Nationalhymne bezeichnen. Im Wort Nationalhymne ist immer der Staat verankert. Nicht so im Begriff von Heimat. In den meisten Ländern und Regionen ist der Begriff Heimat etwas ganz intimes.
Wir sollten möglicher Weise keine Nationalhymne brauchen sondern schöne Heimatlieder.
herzlich Ilona

#15 RE: Ein Lied. von Heliane 28.03.2017 10:18

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Liebe Heidi,
blauäugig? Nee nich? Ich bin weder naiv noch erkenne ich die Auswirkungen unseres Handelns nicht. Aber ich empfinde eine sehr starke Bindung an das Land, in dem ich geboren wurde, gleichgültig, ob es schlecht oder gut ist.
Das Gedicht ist im Imperativ geschrieben, zeigt also nicht den Ist-Zustand.
Blitzerblaue, sonnige Grüße aus Berlin,
Heliane.


Liebe Ilona,
du hast völlig recht: Diese beiden Gedichte sind überhaupt nicht zu vergleichen, darum habe ich es dazu gestellt. Beide zeigen eine sehr persönliche Meinung, die durchaus legitim ist; LBIAs Sichtweise teile ich nicht.
Selbstverständlich bin ich nicht „rechts gestrickt“! Leicht zu erkennen ist jedoch, wie unterschiedlich Inhalte aufgenommen werden können (ich glaube, bei deinem Gedicht gings mir ähnlich ).
Nein, zur Nationalhymne wird es sicher nicht werden; ich habe lediglich meine Wünsche formuliert. Und die können, wie du schreibst, ohne Probleme unterschrieben werden.
Ich danke dir für deinen Kommentar und grüße dich herzlich ,
Heliane.

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