#1 Der Sturm von Ostseemöwe 23.01.2017 08:37

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1. Version

Der Sturm befreit aus tiefstem Grab,
erhebt sich wie ein Heer,
und Schimmel steigen aus dem Meer,
sie eilen schon im Trab.

Die Erde bebt, das Land zerbricht,
ein Dröhnen liegt im Klang.
Zertreten alles was solang
der Mensch an Land gericht.

Das Leben draußen auf dem Meer,
zertrümmert liegts am Riff.
Die Rösser holen Mensch und Schiff,
auch beten hilft nichts mehr.

Ein Mädchen schlüpft ins Hochzeitskleid
als blondgelockte Fee.
Und mit dem Wind, so scheint ihr Weh
versöhnt mit allem Leid.

Die Fischer finden sie am Strand
und nehmen sie an Bord.
Zur Ruh gebettet an dem Ort,
an dem sie Liebe fand.

Noch gestern lag am goldnen Strand
ein jung verliebtes Paar.
Sie strich ihm übers dunkle Haar
und träumt vom Ehestand.



Original
Der Sturm, befreit aus tiefstem Grab,
erhebt sich wie ein Heer,
und Schimmel steigen aus dem Meer,
sie eilen schon im Trab.

Die Erde bebt, das Land zerbricht,
ein Dröhnen liegt im Klang.
Zertreten alles was solang
der Mensch an Land gericht.

Das Leben draußen auf dem Meer,
zertrümmert liegts am Riff.
Die Rösser holen Mensch und Schiff,
auch beten hilft nicht mehr.

Ein Mädchen wacht in dieser Nacht.
Im Fenster steht ein Licht.
Sie fühlt den Tod im Angesicht,
hat er sie ausgelacht?

Sie kann nicht schreien, nicht ein Ton
entflieht verzehrtem Mund.
Das Licht verlischt und gibt ihr Kund,
ihr Glück, wird grad zum Hohn.

Sie schlüpft bedacht ins Hochzeitskleid
die blondgelockte Fee
und vor der Tür da scheint ihr Weh
versöhnt mit allem Leid.

Die Fischer finden sie am Strand
und nehmen sie an Bord.
Zur Ruh gebettet an dem Ort,
an dem sie Liebe fand.

Noch gestern lag am goldnen Strand
ein jung verliebtes Paar.
Sie strich ihm übers dunkle Haar
und träumt vom Ehestand.

#2 RE: Der Sturm von Thomas 23.01.2017 08:50

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Liebe Ostseemöwe,

da hast du eine traurig-schöne Ballade geschrieben. Ein paar Kleinigkeiten sind sicherlich noch zu verbessern. Z.B. Komma nach "Grab" in der ersten Zeile und "ein Dröhnen" groß. Vielleicht könnte man in der 6. Strophe statt "vor der Tür" sagen "läuft zum Meer" (was besser auf den Fund in der folgenden Strophe hinweist). Insgesamt ein sehr gutes Gedicht, wie ich finde.

Liebe Grüße
Thomas

#3 RE: Der Sturm von Klatschmohn 23.01.2017 11:53

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Liebe Ilona,
das ist Stoff für ein echtes Drama. Du beschreibst eindrucksvoll was das für ein Naturkatastrophe vom Meer her aufzieht.
Ich möchte noch einen Vorschlag machen, ich würde die Verse 4 und 5 weglassen. Da wird zu viel erklärt, der Leser kann sich auch seinen Teil denken.
Noch dramatischer wäre es, wenn der Geliebte nun doch überlebt hätte und nun am Grabe der Geliebten stünde.
"dröhnen/Dröhnen" solltest Du noch ändern.
Dein Gedicht vermittelt einen starken Eindruck von der Unberechenbarkeit des Meeres und den vielen Schicksalsschlägen, die es schon bewirkt hat.

Liebe Grüße, Heidi

#4 RE: Der Sturm von Heliane 23.01.2017 16:09

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Liebe Ilona,
du hattest die Idee zu einer wunderschönen Ballade, hast sie nach meinem Empfinden aber nicht gut umgesetzt - dein Text ist zu lang. Natürlich haben Balladen immer Überlänge und fesseln mit vielen Bildern. Deine Geschichte hingegen ist vorhersehbar und nicht spannend.

Du hast die Form flüssig und sehr gekonnt umgesetzt, trotzdem wäre es ratsam, noch mal drüber zu schauen. Um die kleinen Fehlerchen kümmere ich mich später .
Ich grüße dich herzlich,
Heliane.

#5 RE: Der Sturm von Ostseemöwe 23.01.2017 17:10

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vielen Dank euch allen für Lob und Kritik
Ich werde mal versuchen alles in einer neuen Version umzusetzen.

Lieben Gruß
Ilona

#6 RE: Der Sturm von Heliane 23.01.2017 17:12

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Liebe Ilona,
bitte bleib bei deinem schönen Thema und den Bildern .
Herzlich,
Heliane.

#7 RE: Der Sturm von Thomas 23.01.2017 17:23

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Liebe Ostseemöwe,

gerade das Bild der verlöschenden Kerze scheint mir sehr wichtig. Ich denke nicht, dass die Originalversion zu lang ist.

Liebe Grüße
Thomas

#8 RE: Der Sturm von Heike 23.01.2017 18:13

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Liebe Ilona, das ist soooo schön. Mir gefällt die 1. Version besonders gut. Ich liebe solche sprachgewaltigen Bilder.
LG Heike

#9 RE: Der Sturm von Heliane 23.01.2017 18:50

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Liebe Ilona,
DAS geht jetzt richtig flott und "balladig"; du hast die schönen Bilder nicht angetastet und den Klang beibehalten - sehr schön ! Und jetzt, wie versprochen, zu den Fehlerchen :

Zitat

Der Sturm befreit aus tiefstem Grab Komma,
erhebt sich wie ein Heer Komma,
und Schimmel steigen aus dem Meer Komma,
sie eilen schon im Trab.

Die Erde bebt, das Land zerbricht,
ein Dröhnen liegt im Klang.
Zertreten alles was solang
der Mensch an Land gericht. Hier stolpere ich bei jedem Lesen; was bedeutet 'gericht'?

Das Leben draußen auf dem Meer,
zertrümmert liegts am Riff.
Die Rösser holen Mensch und Schiff,
auch beten hilft nichts mehr.

Ein Mädchen schlüpft ins Hochzeitskleid, kein Komma
als blondgelockte Fee.
Und mit dem Wind, so scheint ihr Weh
versöhnt mit allem Leid.

Die Fischer finden sie am Strand
und nehmen sie an Bord.
Zur Ruh gebettet an dem Ort Komma,
an dem sie Liebe fand.

Noch gestern lag am goldnen Strand
ein jung verliebtes Paar.
Sie strich ihm übers dunkle Haar
und träumt vom Ehestand. Hier müsste eigentlich 'träumte (Präteritum) stehen.


Fein gemacht !
Herzlich,
Heliane.

#10 RE: Der Sturm von 23.01.2017 19:51

Liebe Ilona,

mir gefällt die Orginalversion und halte eine Kürzung nicht für notwendig. Die Geschichte ist dramatisch und hat mich berührt. Eine sehr gut Darstellung. Gefällt mir sehr gut.

Zitat
auch beten hilft nichts mehr.

auch beten hilft nicht mehr

LG Hans

#11 RE: Der Sturm von Carlino 23.01.2017 20:06

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Liebe Ilona,

die erste Version ist gut! Hans hat recht, das "s" bei "nichts" muss weg!

Liebe Lüligrüße
Karlheinz

#12 RE: Der Sturm von Ostseemöwe 01.02.2017 10:26

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vielen Dank euch allen für Lob und Kritik
Ich werde mal versuchen alles in einer neuen Version umzusetzen.

Lieben Gruß
Ilona

#13 RE: Der Sturm von Ostseemöwe 01.02.2017 10:35

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liebe Heliane
im Augenblick schaffe ich es nicht in der letzten Strophe das "träumt" zu ersetzen. Ich denke ich lasse es erst einmal so.
Zertreten alles was solang
der Mensch an Land gericht.
Du fragst was gericht heißt? Es heißt gerichtet, also bereitet, hergerichtet ...


Vielen Dank allen für eure Kommentare. Ich habe mich entschieden für das Büchlein die gekürzte Version einzusetzen. Die längere Version finde ich persönlich auch gut und werde sie mir für mein privates Buch reservieren.

herzlich Ilona

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