#1 Unsichtbar. von 25.04.2016 08:59

Es gibt so viel, was wir nicht sehen können.
bekannt und häufig sind es Eigenschaften.
Sichtbar bedeutet immer körperlich.
Könnte dies Geist sein, Traum und Phantasie?
Auch dies wär dann etwas von dem wir sprechen
und irgendwo, da könnt es wirklich sein.

#2 RE: Unsichtbar. von Thomas 25.04.2016 10:35

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Lieber Hans,

ich glaube, es wäre gut, noch eine Wenig zu feilen:
In Zeile 2 passt "davon" (x X, nur wenn man sagt: "Davon habe ich mehr aber mehr als genug", würde "davon" X x betont).
Die Zeilen 3 und 4 beginnen nicht jambisch, denn "sichtbar" und "könnte" sind eindeutig auf der ersten Silbe betont.
In Zeile 5 fällt "etwas" ( X x ) aus dem Jambus.

Das lässt sich alles relativ leicht reparieren, z.B. in Zeile 3 könnte mann ein "denn" an den Anfang setzten, etc.

Liebe Grüße
Thomas

#3 RE: Unsichtbar. von 25.04.2016 11:21

Lieber Thomas,

habe mich streng nach dem Versmaß aus den Strophenformen gerichtet.

Versmaß
xXxXxXxXxXx
xXxXxXxXxXx
XxxXxXxXxX
XxxXxXxXxX
xXxXxXxXxXx
xXxXxXxXxX

Die zweite Zeile finde ich wegen der Aussage ein wenig problematisch, weil es doch auch sichtbare Eigenschaften gibt. Davon habe ich Xx betont und gehofft dass es in diesem Zusammenhang akzeptiert werden kann. Zeile 3 u. 4 habe ich bewusst entsprechenden der Vorgabe betont begonnen. Danke für Deine Hinweise. Um notwendige Änderungen werde ich mich gerne bemühen, möchte dazu jedoch noch andere Meinungen abwarten.

LG Hans

#4 RE: Unsichtbar. von Heliane 25.04.2016 11:56

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Lieber Hans,
nach meiner Zählung sind in V 3, 4 zu viele Daktylen (je 2) und in den Versen 2, 4 je ein Hebungsprall.
Bis auf V1, V6, die sehr gut im Jambus sind, sollten die Blankverse überarbeitet werden. Gegen den Auftakt-Daktylus ist nichts einzuwenden. In V3 könnte das etwas unglücklich gewählte ‚materiell‘ durch existent o.Ä. ersetzt werden.
xXxXxXxXxXx
xXxxXXxXxXx
XxxXxXxXxxX
XxxXxxXXxX
XxXxXxxXxXx
xXxXxXxXxX

Viele Grüße,
Heliane.

#5 RE: Unsichtbar. von Thomas 25.04.2016 14:50

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Liebe Hans,

ist merke gerade, dass sich dein Bezug auf "die Strophe" auf das Beispiel der Strophenformen bezieht, und dass ich in meinem Kommentar eigentlich den Herrn Goethe zurechtgewiesen habe, denn das gewählte Beispiel aus Iphigenie hat am dieser Stelle auch zwei Tonbeugungen - die bei Goethe nicht so stark wirken, wie bei dir, aber immerhin. Ich füge dir ein Blankvers-Beispiel von Schiller an, welches meiner Meinung nach besser geeignet ist, da Schiller sich meist recht streng an das Metrum hielt.

O, könnte die Beredsamkeit von allen
Den Tausenden, die dieser großen Stunde
Teilhaftig sind, auf meinen Lippen schweben,
Den Strahl, den ich in diesen Augen merke,
Zur Flamme zu erheben! Geben Sie
Die unnatürliche Vergöttrung auf,
Die uns vernichtet! Werden Sie uns Muster
Des Ewigen und Wahren! Niemals – niemals
Besaß ein Sterblicher so viel, so göttlich
Es zu gebrauchen. Alle Könige
Europens huldigen dem spanischen Namen.
Gehn Sie Europens Königen voran.
Ein Federzug von dieser Hand, und neu
Erschaffen wird die Erde. Geben Sie
Gedankenfreiheit. –

x X x X x X x X x
x X x X x X x X x
x X x X x X x X x
x X x X x X x X x
x X x X x X x X
x X x X x X x X
x X x X x X x X x
x X x X x X x X x
x X x X x X x X x
x X x X x X x X x
x X x X x X x X
x X x X x X x X x
x X x X x X x X
x X x X x X x X
x X x X x X x X
x X x X x

Es ist zu bedenken, dass in einem Theaterstück, dessen Text über viele Hundert Zeilen reicht, mit dem Metrum und Tonbeugungen ganz anders umgegangen werden kann, als in einem kurzen Gedicht von 6 Zeilen, da wirkt jede Unregelmäßigkeit sehr viel stärker.

Liebe Grüße
Thomas

#6 RE: Unsichtbar. von Klatschmohn 25.04.2016 15:03

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Lieber Hans,

ich habe mich lange mit der Aussage Deines Gedichtes beschäftigt und ich sehe, dass du Dich mit den sichtbaren und unsichtbaren Dingen dieser Welt beschäftigst. Ganz sicher gibt es für mich eine weite unsichtbare Welt, die wir mit unseren Sinnen nicht erkennen können. Erspüren vielleicht, so wie die Tiere, die ein intuitiveres Gespür haben, aber diese können es besser: Die Vögel, die ihre Bahnen auf Grund magnetischer Wellen finden, Tiere die Erdbeben im Voraus wissen, Hunde die spüren wenn ein Mensch stirbt und tausend Dinge mehr. Alles unsichtbar.
Ich gebe Dir Recht mit Deiner Annahme, dass Eigenschaften an Menschen schon sichtbar werden können, so gut können die meisten Menschen sich nicht verbergen, dass man nicht spürt, wenn sie sich verstellen.
Ich rätsel ein bisschen an dem Satz herum: Könnte dies Geist sein, der nur Phantasie?
Du hast Dir sicher etwas dabei gedacht. Ich bin gespannt.

Liebe Grüße, Heidi


Grad sehe ich, dass Thomas Dir nochmal geantwortet und das Schillergedicht hinzugenommen hat.
Du hast Dich an das vorgegebene Versmaß (Strickmuster) gehalten. Deshalb finde ich das Versmaß ok.

#7 RE: Unsichtbar. von Carlino 25.04.2016 16:11

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Lieber Hans,
auch ich habe so meine Verständnisschwierigkeiten mit Deinem Text. Besonders: "Könnte dies Geist sein, der nur Phantasie?" verstehe ich nicht! Dann: "Das Meiste davon" solltest Du vielleicht klein schreiben, oder?

Liebe Grüße aus Lüli
Karlheinz

#8 RE: Unsichtbar. von Ostseemöwe 25.04.2016 20:37

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lieber Hans
wir wollen nachMöglichkeit alles erklärbar machen.
Aber können wir das denn überhaupt?
Mancher Mensch wird uns immer ein Rätsel bleiben, oder zu mindestens seine Taten.
Du hast den Blankvers gut bearbeitet.

herzlich Ilona

#9 RE: Unsichtbar. von 26.04.2016 18:07

Liebe Heliane,

Danke für Deine Hinweise. Habe mein Gedicht dementsprechend geändert.

LG Hans

Lieber Thomas,

mit differenzierten Möglichkeiten kann ich nichts anfangen. Leider kann ich nur nach genauen Mustern arbeiten.

LG Hans

Liebe Heidi,

es freut mich dass Du meine Aussage bedacht hast.

Zitat
Könnte dies Geist sein, Traum und Phantasie?


Hier frage ich ob körperliches (materielles) auch nur geistig sein kann (Traum und Phantasie) und antworte danach, ja denn ein Traum oder Phantasie kann auch irgendwo ein Teil der Wirklichkeit sein.

LG Hans

Lieber Karlheinz,

die Zeile 2 und 4 habe ich geändert. In Zeile 4 frage ich ob körperliches (materielles) auch nur geistig sein kann (Traum und Phantasie) und antworte danach, ja denn ein Traum oder Phantasie kann auch irgendwo ein Teil der Wirklichkeit sein. Danke für Deine Hinweise.

LG Hans

Liebe Ilona,

habe mich sehr über Dein Lob gefreut.

LG Hans

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