#1 Moratorium. von Carlino 21.04.2016 12:31

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Moratorium

Frisch geschrieben, elegant
Vom Meister selbst mit leichter Hand
Die Lettern rot auf weißer Wand
Erscheinen kurz vorm Weltenbrand

Noch vor dem Zähneputzen
Wer sollte da nicht stutzen

Doch keiner stutzt und nutzt die Frist
Die uns vielleicht gegeben ist

#2 RE: Moratorium. von Uller Rich 22.04.2016 21:19

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Wie ist der Mensch doch ignorant
Es stört ihn nicht, dass arrogant
Die Politik, was weltbekannt
Sät Unheil – hinterrücks, gewandt

Wer trägt davon den Nutzen?
Wir werden uns noch putzen!

Wer Böses treibt, tut es mit List
Was man danach sehr schnell vergisst

Lieber Carlino,
so war es schon in alter Zeit, nichts macht uns klüger, nicht mal heut! Was wird aus dieser Welt bis morgen? Fremd sind den Menschen solche Sorgen.
Gern gelesen!
LG Ulrich

#3 RE: Moratorium. von Klatschmohn 23.04.2016 08:15

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Hallo Carlino,
Ich muss meinen Senf auch noch dazu geben, denn mir kamen beim Lesen Deiner Zeilen folgende Gedanken:
Mit grau bewölktem Morgengruß,
Heidi


Der Mensch als solcher ist zu dumm
und rennt mit Scheuklappen herum,
zumeist denkt er ans eigne Haben
und fährt so alles in den Graben.

#4 RE: Moratorium. von 23.04.2016 20:28

Hallo Carlino,

die Dummheit leider zu vieler Menschen ist oft so groß, dass sie sich selbst schaden. Dazu von mir:7

Die meisten Menschen plappern nach,
was andere oft vorerzählen.
Sie denken dabei noch gemach,
dass sie so doch das Beste wählen.

Doch jeder der nicht selber denkt,
begreift doch nicht was für ihn gut.
Die Vorteile gibt’s nicht geschenkt,
von dem was im Verborgnen ruht.

LG Hans

#5 RE: Moratorium. von wüstenvogel 23.04.2016 21:11

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Hallo Carlino,

beim Lesen deines Gedichts musste ich an den Song "Epitaph" von King Crimson aus dem Jahre 1968 denken:

"The wall, on which the prophets wrote
ist cracking at the seams
upon the instruments of death
the sunlight brightly gleams ..."

https://www.youtube.com/watch?v=-Jh49xDNbCg

Die Worte der Propheten
erreichen uns nicht
auf den Instrumenten des Todes
glänzt das Sonnenlicht.

Alle Hoffnungen erloschen
alle Träume vertrieben
nichts mehr geblieben
von dem, was sie einst schrieben.

Vielen Dank für dein anregungsreiches Gedicht!

Liebe Grüße

Michael

#6 RE: Moratorium. von Heliane 24.04.2016 11:15

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Lieber Karlheinz,
in Babylon war alles besser. Da wurde der böse Frevler nach dem Menetekel kurzerhand gemeuchelt und die Menschn hatten ihre Ruh. Heute ist es viel komplizierter, die Bösewichte werden hofiert und bekommen sogar hohe Abfindungen.
Und wir? Wir lassen es zu und ducken uns - es braucht eine Revolution .
Die beiden letzten Verse gefallen mir besonders gut.
Herzliche Sonntagsgrüße,
Heliane.

#7 RE: Moratorium. von Carlino 27.04.2016 18:57

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‎ מנא ,מנא, תקל, ופרסין

#8 RE: Moratorium. von Heliane 27.04.2016 19:15

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Lieber Karlheinz,
ist das Hebräisch oder Griechisch? Ich kanns nämlich AUCH nicht lesen ….. Und heißt es mene mene tekel upharsin? Gezählt, gezählt, gewogen, zerteilt?
Fragende Grüße,
Heliane.

#9 RE: Moratorium. von 27.04.2016 20:02

Lieber Karlheinz,

besonders die Schlussaussage hat mit gefallen. Habe sie noch ein wenig ausgeweitet.

Doch keiner stutzt und nutzt die Frist.
Verharrend zwar mit Angst und Schreck,
was dabei niemals hilfreich ist,
denn was uns droht, das geht nicht weg.

LG Hans

#10 RE: Moratorium. von Carlino 27.04.2016 20:03

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Liebe Heliane,

Na ja, dass das nicht Griechisch ist, hast Du ja wohl erkannt. Deine Deutung ist natürlich richtig!

Liebe Grüße und vielen Dank an alle, die sich hier geäußert haben!

Karlheinz, der mit seinen Gedanken schon in Griechenland ist

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