#1 ad nauseam von Thomas 22.02.2016 06:43

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Kreuzschleife –
ad nauseam

Der Löffel ging zum Munde,
ich fühlte Unbehagen
schon seit ner halben Stunde.
Es war kaum zu ertragen.

Mir platzte fast der Kragen,
es war kaum zu ertragen.
Der Löffel ging zum Munde.
Ich blickte in die Runde.

Es grummelte im Magen.
Ich blickte in die Runde,
es platzte mir der Kragen.
Fast ging ich vor die Hunde.

Schon seit ner halben Stunde
ging ich fast vor die Hunde.
Es grummelte im Magen,
ich fühlte Unbehagen.




© Ralf Schauerhammer

#2 RE: ad nauseam von Ostseemöwe 22.02.2016 07:16

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lieber Thomas

bei Deinem Gedicht spüre ich nicht dieses Unbehagen. Sehr wohl aber spürte ich es in meinen, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Im Grunde mag ich dieses Gebastel von Zeilen nicht besonders. Es ist nicht meins, wenn ich statt über dem was ich ausdrücken möchte mehr über (wie setze ich jetzt die Zeile) nachdenken muss. Das spüre ich nicht so in Deinem Gedicht. Es liegt wohl daran, Du hast Halbsätze gefunden die sich leicht und logisch in die nächsten fügen.
Mir gefällt es. Sicher wird diese Kreuzschleife nie der Knüller der Dichtkunst werden aber Dein Gedicht ist ein gutes Beispiel für, es ist alles möglich. Hast Du gut gemacht :-)
herzlich Ilona

#3 RE: ad nauseam von Heliane 22.02.2016 12:26

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Lieber Thomas,
ob Phagozyten den Magen besiedeln und gegen das Erbrechen kämpfen, weiß ich nicht. Sicher bin ich mir, dass du dir dein
Unbehagen beim Dichten nicht mit dem Löffel zugeführt hast .
Ich nicke dir mit großem Verständnis zu, denn trotz des Missgefühls hat du ein lustiges, schön flott zu lesendes Gedicht geschrieben,
das mir sehr gut gefällt !
Herzliche Grüße,
Heliane.

#4 RE: ad nauseam von Thomas 22.02.2016 13:24

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Liebe Ostseemöwe, liebe Medusa,

vielen Dank für die einfühlsame Kommentierung. Das Unbehangen kommt erst, wenn man es zu oft hintereinander liest. Ob das medizinisch alles so genau stimmt, kann ich nicht sagen (die Phagen haben sich einfach so in den Text geschlichen ).

Liebe Grüße
Thomas

#5 RE: ad nauseam von Klatschmohn 22.02.2016 17:38

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Lieber Thomas,

was sind denn Phagen? Ich lese es so, dass Du sie einfach nur erfunden hast. Oder?
Jedenfalls sollte man den Text wirklich nicht so oft hintereinader lesen. Irgendwas regt sich dann im Inneren, das scheint so eine Art Suggestion zu sein. Überhaupt kann die Reimform durch das ständige Wiederholen bei entsprechendem Text sehr manipulativ wirken.
Ich hoffe nun, dass Du alle Phagen überwunden hast und Dich keine üblen Diskussionen mehr plagen.
Schwierig in diesen Zeiten......!

Herzliche Grüße, Heidi


P.S. grad habe ich gelesen, dass Phagen etwas Gutes sein können und im Körper Bakterien angreifen können. Man erhofft sich davon Hilfe, weil viele Antibiotika nicht mehr greifen.

#6 RE: ad nauseam von Carlino 22.02.2016 20:30

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Lieber Thomas,
Phagen im Magen, das erklärt auch, warum bis zum Rbrechen weitergelöffelt wird. Da hilft vielleicht nur noch die Phagentherapie, die aber im Westen nicht anerkannt ist, obwohl sie nachweislich Leben retten kann.
Eine sehr schöne Idee hast Du da gut umgesetzt, man stellt sich die kleinen Fresser förmlich mit Messer, Gabel und umgebundener Serviette vor!
Liebe Grüße vom Kleebach, aus dem man sicher Phagen entnehmen könnte
Karlheinz

#7 RE: ad nauseam von Thomas 23.02.2016 10:10

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Liebe Heidi, lieber Carlino,

danke für eure positive Meinung, ich finde auch, dass "das ständige Wiederholen" der Form (was komplexere Inhalte) bei bestimmten Inhalten "sehr manipulativ" und eindringlich wirkt.

Liebe Grüße
Thomas

#8 RE: ad nauseam von 23.02.2016 19:52

Lieber Thomas,

sicher hat sich mit der Speise jemand einen Spaß erlaubt, der keine ernsthafte Vergiftung war. So können wir alle darüber lachen, denn der Kragen ist ja nur fast geplatzt. Die Form stimmt und die Aussage ist humorvoll. Bei einer Wiederholung habe ich eine kleine Abweichung festgestellt, die so jedoch flüssiger in die Aussage fügt.
Fast ging ich vor die Hunde.
ging ich fast vor die Hunde.
Insgesamt gefällt mir diese Lösung sehr gut.

LG Hans

#9 RE: ad nauseam von Thomas 18.01.2017 10:39

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Lieber Hans,

erst heute habe ich deinen Kommentar entdeckt. Vielen Dank - sehr verspätet. Ich habe auch die"Phagen" wegbekommen, indem ich den Satz "Im Magen lagen Phagen" ersetzt habe durch "Es grummelte im Magen".

Liebe Grüße
Thomas

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