#1 Kein Kain, kein Abel, kein Babel. von Carlino 10.02.2016 20:02

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Kein Kain, kein Abel, kein Babel
(Gott plaudert aus dem Nähkästchen)

„Der Kain, der war kein Schlechter,
der kam mir grade recht, der!
Er diente mir als Schlächter“,
sprach Gott unter Gelächter.

„Wär´n alle wie der Abel,
gäb´s keinen Turm zu Babel.
Damit derselbe ward gebaut,
hat Kain den Bruder totgehaut.

Ich brauche diesen Bibel-Schrott
als Vorwand“, sagte Gott mit Spott.


Im Keim erschreckt die Fabel
vom frommen Bruder Abel:
Wenn Abel keinen Bruder hätt,
wer brächt´ ihn um? Gott selbst, ich wett!

#2 RE: Kein Kain, kein Abel, kein Babel von anna a. 10.02.2016 22:49

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Lieber Carlino,

Wofür braucht Gott den Bibelschrott als Vorwand? Irgendwie habe ich etwas nicht mitbekommen ...

Kannst du es Bitte aufklären?

Liebe Grüße und Respekt vor dem vier Zeile Reim zu dem Wort schlechter...


Anna

#3 RE: Kein Kain, kein Abel, kein Babel von Carlino 11.02.2016 09:17

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Liebe Anna,
Gott braucht diese Geschichten, um die Menschen unter Druck zu halten. Gut und Böse sind von Gott installierte Kategorien, die er nutzt, um die Menschen zu beherrschen. Der böse Kain, der gute Abel, Judas usw. sind als Kreaturen Gottes dessen Werkzeug. Sie dienen als Vorwand für seine selbst inszenierten Geschichten und Gott amüsiert sich in gewisser Weise über die Unbeholfenheit der Menschen.

Vielen Dank und liebe Grüße aus Lüli
Karlheinz

#4 RE: Kein Kain, kein Abel, kein Babel von Heliane 18.02.2016 19:07

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Lieber Karlheinz,

Zitat
Gott braucht diese Geschichten, um die Menschen unter Druck zu halten. Gut und Böse sind von Gott installierte Kategorien, die er nutzt, um die Menschen zu beherrschen.

Bist du dir wirklich sicher? Ich glaube nämlich, dass Kleriker diese Geschichten schrieben, um aus Menschen Schafe zu machen .
Tja, was wäre wenn? Darüber können wir lange nachdenken .
Ich mag dein Gedicht !
Herzliche Grüße nach Lüli,
Heliane.

#5 RE: Kein Kain, kein Abel, kein Babel von Carlino 28.02.2016 15:49

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Liebe Heliane,
natürlich waren es im Endeffekt die Hirten, die auf der Suche nach Schafen und Lämmern diesen Überbau schufen! Andererseits scheint sich der Mensch seinen Gott selbst zu zimmern, da ihm Vorstellungen von Gut und Böse a priori zu eigen sind. Wenn man aber Gott als gegeben voraussetzt, dann ist Gott ein Schlingel und Schlitzohr, könnte er doch als Herr über Gutes und Böses das Böse ganz einfach aus der Welt schaffen. In der Welt der Bibel jedenfalls ist er zugleich auch Versucher und Provokatör.

Liebe Grüße
Karlheinz

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