#1 *Maria durch ein Dornwald ging von Jorsch 27.11.2015 09:21

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geändert und bearbeitet am 04.12.2015

Maria durch ein Dornwald ging

Kyrie eleison

Als das Kindlein
durch den Wald getragen
da haben die Dornen
Rosen getragen


Aus Stacheldraht
ist deine Krone
die du
für uns
von jetzt an
trägst

Zwischen den Welten
irgendwo
auf dem Balkan
dort
kamst du
zu uns

Menschen

Heute
steht
vielleicht
ein Flüchtling
vor deiner Tür
und bittet
um ein Dach

Nur
weil er
seinem Kind
Zukunft
geben
will

Was kriegt das Kind
zum Patengeld

Kyrie eleison

Den Himmel
und die ganze Welt


© Jörg Kellermann 2015

#2 RE: Maria durch ein Dornwald ging von Thomas 27.11.2015 09:53

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Lieber Jörg,

es ist gut. Eine ähnlich Idee ging mir auch durch den Kopf, ich habe mich dann wohl nicht getraut, es aufzuschreiben.

Was hältst du von Kürzungen, z.B.

Kyrie eleison

Als das Kindlein
durch den Wald getragen
da haben die Dornen
Rosen getragen


Maria
du trägst das Zeichen
unter deinem Herzen

In einem Flüchtlingszelt
auf der Balkanroute

Aus Stacheldraht
ist die Dornenkrone

Ein Flüchtling
an deine Tür
bittet um ein Dach

Er will seinen Kindern
Zukunft geben

Und dir

Kyrie eleison


Oder ähnlich, es ist nur als Anregung gedacht.

Liebe Grüße
Thomas

#3 RE: Maria durch ein Dornwald ging von Jorsch 27.11.2015 13:56

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Lieber Thomas,

deine Gedanken greife ich gerne auf, mal sehen wohin die Reise geht.
Ich nehme es gedanklich mit ins Wochenende!

Eine schöne Adventszeit wünscht der Jorsch

#4 RE: Maria durch ein Dornwald ging von Klatschmohn 27.11.2015 17:25

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Lieber Jorsch,
mir geht es wie Thomas, denn etwas Ähnliches habe ich auch schon gedacht, aber dabei ist es dann geblieben. Vorschläge habe ich weiter keine, ich finde das Gedicht sehr eindrinlich und schmerzlich schön.
Liebe Grüße, Heidi

#5 RE: Maria durch ein Dornwald ging von Heliane 03.12.2015 14:16

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Lieber Jörg,
nach der Lektüre deines Gedichtes frage ich mich, WIE ich reagieren würde, stünde ein Hilfesuchender vor meiner Tür. Erkenne ich nach dem ersten Blick, ob er nichts Böses im Schilde führt? Lasse ich mich durch sein Schicksal erweichen? Vergesse ich darüber den Selbstschutz? Zu meinem Glück kann es nicht passieren.
Ich glaube nicht, dass ein "gefällt mir" oder "gerne gelesen" zu deinem Gedicht passt. Darum beschränke ich mich auf ein "nachdenklich stimmend", weil es sehr aktuell ist.
Herzliche Grüße,
Heliane.

#6 RE: Maria durch ein Dornwald ging von Jorsch 04.12.2015 17:42

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So Ihr Lieben,

ich habe weiter am Gedicht gearbeitet, ich möchte es als ein Adventsgedicht betrachten.

Liebe Medusa, das Gedicht soll keine Antworten geben, eher Anregung auf dem Weg zum
Weihnachtsfest. Die Antworten soll sich der Leser selbst geben!

Zu Deinen Bedenken - Das ganze Leben ist ein Risiko! "Was wäre wenn?"
Und wenn es doch ganz anders kommt?

Lieber Thomas, warum traust Du es Dir denn nicht? Warum schreiben wir dann Gedichte?
Das ist doch die Grundehrlichkeit unserer Weltsicht die wir nach außen tragen.

Lg Jorsch

#7 RE: Maria durch ein Dornwald ging von Sanssouci 19.12.2015 17:41

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Hallo Jorsch!

Ich finde die Idee, einen alten Text (Hier das Lied aus dem 16. Jahrhundert: Maria durch ein' Dornwald ging) mit einem aktuellen Inhalt in Verbindung zu bringen, erst einmal gut. Die Umsetzung finde ich allerdings weniger gelungen.
Ich kann keinen rechten Zusammenhang herstellen zwischen der derzeitigen Flüchtlingssituation und der bevorstehenden Niederkunft von Maria.
Nichts für ungut.

Grüße von Sanssouci


Hier noch einmal der vollständige Liedtext:

Maria durch ein' Dornwald ging.
Kyrieleison.
Maria durch ein' Dornwald ging,
der hat in sieben Jahr'n kein Laub getragen.
Jesus und Maria.

Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrieleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.

Da haben die Dornen Rosen getragen.
Kyrieleison,
als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.

#8 RE: Maria durch ein Dornwald ging von Jorsch 19.12.2015 21:38

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Lieber Sanssouci,

ich wünsche Dir einen schönen 4. Advent!

Es gibt eine Urfassung von diesem Lied, diese von deinem Text abweicht.
Ich habe 2 Kernaussagen aus dem Text in den Fokus gestellt:

1. da haben die Dornen Rosen getragen
2. was kriegt das Kind zum Patengeld ...

Es sind tiefe religiöse Aussagen, diese stelle ich in die derzeitige politische
Situation. Einerseits die Erwartung des Messias (Advent) andererseits die
Unmenschlichkeit in der aktuellen Flüchtlingssituation. Bedenke nur, dass
Thüringen vor ein paar Tagen über 100 Menschen abgeschoben hat,
in der Nacht wurden sogar Kinder aus den Betten geholt, was gegen alle
Flüchtlingskonventionen steht.

Den Zusammenhang, den Du leider nicht siehst würde ich Dir auf Wunsch
gerne als PN senden, wenn Du es wünscht, weil ich keine Interpretation
zum eigenen Text hier schreibe, dass ist eigentlich Deine Aufgabe!
Dennoch glaube ich bedarf der Text noch Überarbeitung, ich bin ständig dran!

Danke und lg Jorsch

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