#1 Gedankenfrei von Eywa 19.09.2015 16:35

Gedanken kreisen im Kopf herum,
bis in die dunkle Tiefe,
ich wünschte sie wären endlich stumm
und das niemand nach mir riefe.

Gierig ergreifen Sie die Macht,
vernebeln mir dunkel das Hirn,
wie ein Dämon der über mich lacht,
versteckend, listig hinter der Stirn.

Sie vertreiben mich aus der Gegenwart,
verwehren mir den Augenblick,
Verwirrung bleibt mir nicht erspart,
das Ego besitzt dafür Geschick.

Ich leg' mich dann ins hohe Gras,
blicke in himmelblaue Unendlichkeit,
gedankenfrei und ohne Maß,
losgelöst von Raum und Zeit.

#2 RE: Gedankenfrei von anna a. 19.09.2015 17:56

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Liebe eywa,

Ich bin sehr angetan von deiner Beschreibung dunkler Gedanken und dem Lösungsansatz...in meinen Augen ist das sehr fein beschrieben und beobachtet...

Herzliche Grüße

Anna

#3 RE: Gedankenfrei von Derolli 19.09.2015 20:38

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Hallo Eywa,

zuersteinmal möchte ich dir sagen, dass ich denke mit diesem Gedicht einen Rohdiamanten gelesen und damit entdeckt zu haben. Allerdings fehlt eben an manchen Stellen der letzte Schliff. Was meine ich damit konkret? Mir imponiert der Gedanke, dass es ein probates Mittel gegen die tristen Gedanken gibt. Ein Weg heraus aus der Depression durch Natur und Ruhe. Für mich selbst klappt das auch hervorragend, wobei ich hier nicht von der Krankheit Depression rede, sondern wenn man negative Gedanken hegt.

Sprachlich könnte man, diese sehr gewinnende Idee noch etwas aufpolieren. Zum einen verwendest du das Wort "dunkel" (S1V2 und S2V2) zweimal kurz hintereinander, obwohl es dafür reichlich Synonyme gibt, das ist schade, da du an einer der Stellen durch ein anderes Wort, noch einen zusätzlichen Aspekt bei der Beschreibung eben jener Gedanken hinzufügen könntest.
Dann ist da noch (wie ich denke hauptsächlich dem Reim geschuldete) eine etwas ungalante Schlussfolgerungen (in deinem ansonst so eloquenten Gedicht) S3V4. Wofür besitzt das Ego Geschick - verwirrt zu sein, oder zu verwirren? Warum ausgerechnet das Ego, sind die Gedanken nur von dir ersonnen, haben sie keinen Bezug zur Umwelt, wurden sie nicht durch diese ausgelöst? Die Schlussfolgerung ist einfach irgendwie unvollständig, vielleicht ja auch nur für mich.
S2V4 hier wird ohne erkennbaren Grund ein "sich" ausgelassen, wohingegen sonst die Sprache des Gedichtes vollständige Sätze bildet - Was führt zu diesem Einschnitt. was wird dadurch ausgesagt?
Dann gibt es da noch eine Stelle in der du vom Plural zu Singular (auch wenn das durch den Vergleich kommt) wechselt. Müssten die Gedanken nicht eigentlich viele Dämonen sein, oder vereinigen sie sich, weil sie alle um die gleiche Sache kreisen, dann müsste man aber eventuell etwas konkreter werden.

Sei mir bitte nicht gram, ich zähle diese Gedanken nur auf, weil ich dem Gedicht sehr gewogen bin und denke, es könnte dadurch gewinnen. Aber das ist natürlich mit Arbeit verbunden und vielleicht ist das Gedicht ja einer Gemütslage entsprungen, die eher Spontanität als Grundlage hat, also nicht mehr verändert werden sollte.

In dem Sinne, beste Grüße

Derolli

#4 RE: Gedankenfrei von Eywa 20.09.2015 12:23

Liebe Anna,
es freut mich, dass dir mein Gedicht gefällt, ich war sehr angetan von deinen Zeilen.

Lieber Derolli,
herzlichen Dank für dein Lob und das ausführliche Feedback.
Ich bin dir absolut nicht Gram für deine Gedanken bez. meines Gedichtes, eher wohl dankbar für die Anregungen.

Ich bemerkte gestern selbst, dass ich leider das Wort "dunkel" 2 mal verwendet habe, was ich durchaus ärgerlich
fand...,dass Synonym "finster" oder "düster", wäre wohl passender gewesen.

Das "Ego" steht für mich in einem indirekten Bezug zur Umwelt, da es von außen ( Gesellschaft, Erziehung u.s.w.)
geformt wird, jedoch von innen her wirkt und somit zur Verwirrung der Gedanken beiträgt.
Somit würde das zusätzliche Wort "auch" S3V4 vervollständigen:

"Auch das Ego besitzt dafür Geschick"

S2V4, das Wort "sich" fehlt, weil hier eine Pause beim Lesen als Ersatz gedacht ist, in etwa so:

"Wie ein Dämon der über mich lacht," - P a u s e -
"versteckend," - P a u s e - "listig hinter der Stirn"

Wobei die 2. Pause etwas länger ist, als die 1.

Du gehst recht in der Annhame, dass dieses Gedicht die Botschaft einer momentanen Gefühlslage war.

Beste Grüße
Eywa

#5 RE: Gedankenfrei von Heliane 20.09.2015 12:58

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Liebe Eywa,
zuerst einmal herzlich Willkommen im Musengarten . Ich wünsche dir eine schöne Zeit und viele Inspirationen.
Der Inhalt bzw. die Aussage deines Gedichtes gefallen mir sehr gut, weil du positive Auswege zeigst.
Etwas weniger mag ich Sprache und Metrik. Dein Werk liest sich ziemlich holperig und könnte sprachlich etwas "poliert" werden, da stimme ich Olli und seinen Vorschlägen zu.
Vielleicht hast du Interesse, deine schönen Gedanken etwas runder zu gestalten? Dann empfehle ich dir unsere Rubrik "Wissenswertes". Dort findest du jede Menge Hilfreiches.
Herzliche Grüße,
Heliane.

#6 RE: Gedankenfrei von Eywa 20.09.2015 18:15

Liebe Medusa,

Vielen Dank für deine Gedanken, ich werde deinen Vorschlag gerne in Ruhe überdenken und mich
in der, von dir erwähnten Rubrik, einmal umschauen.

Herzliche Grüße
Eywa

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