#1 * Menschliches Versagen von 27.12.2013 10:49

Den Zug bringt ein Gerüchtekoch ins Rollen,
die Trittbrettfahrer springen gierig auf
und stürmen das Buffet im Speisewagen.

Wer hätte denn das Unglück ahnen sollen?
So nahm das Schicksal eben seinen Lauf.
Das Opfer kann man freilich nicht mehr fragen.

#2 RE: * Menschliches Versagen von Butenlänner 27.12.2013 18:15

avatar

Hi,
tief bewegt von deinen Zeilen, füge ich hinzu:
Und warum das alles? Und wer war das? Und wieso?
Betroffene machen einen Bogen um den Speisewagen und stehen im Regen, tief verletzt und in der Seele zerrissen und manchmal wissen sie nicht mehr wohin..
Angst!
Kein Schlaf!
Krank!
Kein Beistand!
Keine Antwort!
Geduckt geht man weiter und wird gemieden ...
Trauer
Rückzug

#3 RE: * Menschliches Versagen von 28.12.2013 10:24

Hi Fietje,

ja, das sind die Gedanken, zu denen das Gedicht anregen soll. Solche ernsten Sachen schreibe ich sehr selten. Formal ging es darum, ein Gedicht mit strophenübergreifenden Reimen zu schreiben. Zum allerersten Mal habe ich hier das Fazit in den Titel gelegt, der ebenfalls ins Reimschema integriert ist. Ein Experiment, das bis jetzt noch keiner entdeckt hat.

Danke für Deinen Besuch und Dein Einfühlen in das traurige Thema.

Liebe Grüße
Claudi

#4 RE: * Menschliches Versagen von Butenlänner 28.12.2013 21:43

avatar

Menschliches Versagen Den Zug bringt ein Gerüchtekoch ins Rollen, die Trittbrettfahrer springen gierig auf und stürmen das Buffet im Speisewagen.
(XxxxXxxXxxx)XxXxXxxXxXxXxXxXxXxXxXxXxXx

Wer hätte denn das Unglück ahnen sollen? So nahm das Schicksal eben seinen Lauf. Das Opfer kann man freilich nicht mehr fragen.
xXxXxXxXxXxxXxXxXxXxXxXxXxXxXxXx

Bingo!

Metrik & Inhalts-Aussage decken sich, ab dem Gerücht, rollt der Zug! Prima!

Quasi: Tsch tsch tsch tsch, Tsch tsch tsch, Tsch tsch tsch tsch Tsch tsch Tsch tsch Tsch tsch.....

Oder in anderer Gestaltung (mit Speisewagon):
Menschliches Versagen Den Zug bringt ein Gerüchtekoch ins Rollen, die Trittbrettfahrer springen gierig auf und stürmen das Buffet im Speisewagon. Wer hätte denn das Unglück ahnen sollen? So nahm das Schicksal eben seinen Lauf. Das Opfer kann man freilich nicht mehr fragen.

na, Mini- Holper sind drin, aber so ist es eben bei der DB
Lg

Fietje

#5 RE: * Menschliches Versagen von 29.12.2013 18:01

Hi Fietje,

interessant, was Du alles entdeckst. Das direkte Aneinanderreihen von Titel und erster Strophe hatte ich so gar nicht im Auge. Betontes ein soll die Geringfügigkeit ausdrücken. Was hätte die Bemerkung dieses einen unbesonnenen Menschen anrichten können, wenn niemand auf den Zug aufgesprungen wäre? Eigentlich müsste es so klingen:

Menschliches Versagen Den Zug bringt ein Gerüchtekoch ins Rollen

Tsch tsch tsch tsch Tsch tsch tsch Tsch tsch Tsch tsch Tsch tsch Tsch tsch Tsch tsch

LG Claudi

#6 RE: * Menschliches Versagen von Butenlänner 29.12.2013 22:47

avatar

Hi,
ok, jetzt verstehe ich!
Aber es gibt auch ein böswilliges, nicht geringfügiges > ein <!
Vielleicht darf ich das Verbreiten von Gerüchten einteilen in RufMORD und neidisches Geschwafel um sich über andere zu erheben! Beide Formen bringen den Zug ins Rollen!
Auch möchte ich auf die neue Komponente der Internet- Kommunikation hinweisen, die beide Formen sicherlich verstärken, ich erinnere an die wunderschöne Frau Wulf, vermutlich musste sie so leiden, weil sie eben so schön ist! Ich brauche an dieser Stelle nicht zu erwähnen, dass die ihr unterstellten Dinge eine Lüge sind und sie vermutlich in der Seele zerrissen war! Es gibt Menschen, die an so etwas zerbrechen! Ich meine schreiben zu können, dass sie es geschafft hat sich zu wehren, gedenken wir aber all der Opfer die es nicht geschafft haben! Ich glaube es sind sehr viele, und es ist ein Tabu- Thema in unserer Gesellschaft darüber zu schreiben und zu sprechen! Ich meine wir sollten alle dazu aufgerufen sein, sensibel zu sein, und nicht gleich auf jeden Zug mit aufzuspringen. Dieses Menschliche Versagen, es hat eben 2 Komponenten!
Ich danke dir, dass du über dieses Thema ein gelungenes Gedicht geschrieben hast!
Lg
Fietje

#7 RE: * Menschliches Versagen von ferdi 30.12.2013 00:54

Hallo Claudi!

V1-V3 sind wunderbar. Über das "ein" könnte man sicher lange reden ... Beim "Aufspringen" bin ich mir nicht ganz so sicher, ob die Doppelbedeutung, die es ja nun hat (z.B. Sitzende, die aufspringen / auf den Zug aufspringen) eher schadet oder eher nutzt? Aber allgemein haben diese drei Verse eine klare Bewegung, und auch eine klare Bildlichkeit; sie sind gelungen. (Wobei natürlich "Trittbrettfahrer" "Trittbrettfahrer" heißen, weil sie auf Trittbrettern fahren; die stürmen im allgemeinen keine Buffets? Oder doch?! Kommt nicht drauf an ...)

Bei den Versen 4-6 bin ich nicht so sicher. Inzwischen komme ich mir schon so vor, als würde ich unter jeden Text, den ich kommentiere, dieselben Sätze schreiben, aber was soll ich machen?

Wer hätte denn das Unglück ahnen sollen?
So nahm das Schicksal eben seinen Lauf.
Das Opfer kann man freilich nicht mehr fragen.

Für mich sieht das wieder mal aus, als wären Vierheber auf Fünfheber "verlängert" worden mit Hilfe der "denn", "eben", "freilich". Vielleicht hast du ja diesen umgangssprachlichen Ton, den das darüber hinaus mit sich bringt, sogar gesucht; aber trotzdem ... kann man freilich nicht mehr - das trägt drei von fünf Betonungen des Verses und ist doch eigentlich nur Leerlauf?! Wenn ich den letzten Vers daktylisch umsetze, brauche ich statt fünf nur drei Betonungen:

Das Opfer kann niemand mehr fragen.

Und dann haben auch die Wörter und Silben Betonung, die wichtig sind. Nicht falsch verstehen jetzt: Das ist auf gar keinen Fall eine Aufforderung, etwas an dem Text zu ändern. Nur ein Versuch, zu begründen, warum mir so viele der Fünfheber hier im Forum nicht sehr wirkungsmächtig zu sein scheinen - wenn man von fünf Betonungen nur zwei durch wirkliche "Betonungs-", durch "Sinn-Silben" verwirklicht, und das meint: Substantive, Adjektive, Verben, (Adverbien): Dann kann sich einfach kein starker Eindruck einstellen, der Vers plätschert notwendigerweise "einfach so" dahin?!

Gruß,

Ferdi

#8 RE: * Menschliches Versagen von Butenlänner 30.12.2013 02:38

avatar

Ich komme der lieben Claudi mal zuvor und mache Werbung für möglichst lange Fäden mit viel Erkenntnis:

konsequent wäre:
1Wer hätte das Unglück ahnen sollen?
2So nahm das Schicksal seinen Lauf.
3Das Opfer kann man nicht mehr fragen.

noch besser wäre:
1Wer hätt das Unglück ahnen sollen?
3Das Opfer kann man nicht mehr fragen.
2So nahm das Schicksal seinen Lauf!

So würden wir mit etwas mehr Wumms' enden, eben männlich!

Inkonsequent & albern wäre:
Wer hätte denn das Unglück somit ahnen sollen?
So nahm das Schicksal eben nun mal seinen Lauf.
Das Opfer kann man freilich nimmer nicht mehr fragen.

Immer als Grundsatz: Snak fix!

Lieber ferdi, sei ganz entspannt, du musst stark bleiben, wir alle haben sehr lange Leitungen, die ständig sehr lange Sätze rauslassen, aber sei getröstet, ich verstehe dich, auch wenn wir das vermutlich immer wieder hören müssen! Bedenke auch, du bist Profi, wir eher "Poetikers" Lehrer zu sein ist schwer, Poetiker sein nicht! Ich freu mich unheimlich das du hier am Start bist und hoffe doch sehr, dass du die Geduld mit uns nicht verlierst! Du fragst was du machen sollst? Bete für uns und wir beten für dich! Glaube mir lieber ferdi, wenn du nicht wärst, dann wäre der Hexa vermutlich schon ausgestorben!

Und jetzt freue ich mich auf die Antwort von der Claudi! Der Claudi? Eben, lange Leitungen!!

#9 RE: * Menschliches Versagen von 30.12.2013 03:38

Hallo Ferdi und Fietje,

mal sehen, ob ich es so erklären kann, wie es von mir gedacht war. Wir haben hier einen Erzähler, einen scharfen Satiriker. Was er wirklich von der Sache hält, sagt der Titel. In S1 schildert er übertrieben bildhaft das Verhalten dieser Gerüchteverbreiter. Das wäre vermutlich auch vierhebig gegangen, aber an dieser Strophe stört Ferdi sich ja nicht. (Das Opfer wird durch üble Nachrede in den Selbstmord getrieben, was der Leser erst in V6 erfährt).

In S2 werden dann die leeren Phrasen der Verursacher aufs Korn genommen, die die Schuld am "Unglück" von sich weisen. In V4 und V5 wird ihr Herausreden quasi nachgeäfft. Das soll sehr nah an gesprochener Sprache, kaum versig und nicht verdichtet sein. Fietje, Du hast das "Gelabere", das ich hier haben will, in Deinem Beispiel noch besser hingekriegt:
"So nahm das Schicksal eben nun mal seinen Lauf." Dafür brauchte ich (mindestens) die Fünfheber. In V6 kommt dann die böse Spitze: Das Opfer kann man freilig nicht mehr fragen. Hier war mir das anonyme "man" und die überzogene Alliteration wichtig. Das Wort "freilich" ist mir so ziemlich das wichtigste in dem ganzen Text.

Ferdi, es kann sein, dass Du dennoch enttäuscht bist. Hier bin ich vielleicht mehr Texterin als Dichterin. Dieser Text muss für mich nicht unbedingt ein "richtiges" Gedicht sein. Aber vielleicht probiere ich demnächst mal wieder eins, und dann kehre ich bereitwillig mit dem eisernen Besen, wenn Du Mist darin entdeckst.

Liebe Grüße
Claudi

#10 RE: * Menschliches Versagen von ferdi 30.12.2013 08:51

Hallo Claudi!

Ich hatte das ja schon vermutet mit der "gesuchten Umgangssprachlichkeit", und, wie gesagt: bloß nichts ändern! Der Punkt ist halt: Derlei gibt es nicht umsonst, dafür muss man bezüglich der verslichen Geschlossenheit und der Versbewegung einen Preis bezahlen. Und wenn man das weiß und der Meinung ist, der ist nicht zu hoch: Dann macht man es. Du hast für dich gesagt, ich mach es; und damit ist die Sache erledigt.

Mir wäre der Preis wahrscheinlich zu hoch hier; aber es ist ja nicht mein Text ... Ich würde, denke ich mir, auf jeden Fall versuchen, die letzte Zeile in der Bewegung aufzuwerten, weil ich nicht anders kann, als mir gerade ein Textende als "fest" zu denken; und auch, weil ich "Labbrigkeit" vielleicht in einer Zeile als textdienlich empfinden könnte, aber nie drei Zeilen lang nacheinander. Also, wenn das "freilich" unbedingt drin sein muss - warum das nicht auch dem Hörer klarmachen?

Das Opfer, freilich! kann man nicht mehr fragen.

Oder mit einem Doppelpunkt hinter "freilich", das wäre üblicher, denke ich. So bekäme der Vers immerhin einen festen Einschnitt, und damit mehr Gestalt.

Aber auch das ist nur eine Erklärung, kein Änderungsvorschlag. Lass den Text bloß so, wie er ist! Wenn ich verständlich habe machen können, dass elf Silben ein weiter Textraum sind und es in der Regel gut ist, viele Ordung schaffende, die Silben aufeinander beziehende Dinge drin zu haben, dann ist alles erreicht, was ich erreichen wollte; weil dann nämlich klar geworden ist, worin meine Bedenken gegenüber den letzten drei Versen, und vor allem dem letzten Vers gründen. Wie sich diese "Dinge" dann trotz einer Aussageabsicht verwirklichen lassen, die genau das Gegenteil zu verlangen scheint - das ist halt die spannende Frage, auf die der Verfasser eine Antwort finden muss. (Im äußersten Fall & auf die Spitze getrieben: Dem Hörer Langeweile dadurch vermitteln zu wollen, dass man ihn langweilt, ist kein guter Gedanke ...)

Gruß,

Ferdi

#11 RE: * Menschliches Versagen von 30.12.2013 10:13

Hallo Ferdi,

Deine Bedenken sind mir absolut klar geworden, und ich kann sogar fühlen, wie sich Deine Ohren langweilen. Dass Du mir sagst, ich soll den Text bloß nicht ändern, macht mich fast ein bisschen traurig. Irgendwie lese ich zwischen den Zeilen: "Ich wünschte, du würdest Dich überzeugen lassen und nochmal rangehen." Ich gebe zu, das ist Wunschdenken. Auf jeden Fall weiß ich es sehr zu schätzen, dass Du Dich so eingehend mit meinem Ding beschäftigt hast.

Zitat
Dem Hörer Langeweile dadurch vermitteln zu wollen, dass man ihn langweilt, ist kein guter Gedanke ...)


Das gibt mir schon zu denken, und ich überlege tatsächlich, ob ich nicht doch noch eine zweite Version in Angriff nehme. Eine zum Hören, die auch beim Lyriker ankommt. Das heißt ja nicht, dass ich diese hier wegschmeißen muss. Ich danke Dir für Deine konstruktive Kritik.

Liebe Grüße
Claudi

#12 RE: * Menschliches Versagen von ferdi 30.12.2013 10:55

Hallo Claudi!

Ganz kurz nochmal: Nö, "bloß nichts ändern" war schon so gemeint ... Aber einfach mal in Gedanken durchspielen, was eben auch alles geht, und das gegeneinanderhalten, vergleichen, einschätzen ... Das ist für mich der Hauptgrund, mich in Foren rumzutreiben. Das muss auf den eigentlichen Text überhaupt keine Auswirkungen haben! Aber es erweitert die Möglichkeiten, und spätestens der nächste oder der übernächste meiner Texte hat dann was davon.

Deswegen mache ich jetzt noch eine letzte Bemerkung - hast du schon mal darüber nachgedacht, die beiden Strophen einfach umzustellen? Wenn die drei allgemeinen Verse nach "vorne kommen", sind sie zwar immer noch ein wenig blass, aber sie reden ja über etwas, das augenscheinlich geschehen ist, ohne dabei aber zu sagen, was - und das führt vielleicht zu Neugierde beim Aufnehmenden?! Und dann kommen die bildstarken drei Verse, eine "Auflösung" gleichsam.

Aber auch nur ein Gedankenspiel! So einfach geht es ohnehin nicht, glaube ich, weil dann die Zeiten nicht stimmen? Aber die grundsätzliche Entwicklung wäre dann die vom Allgemeinen zum Besonderen, statt vom Besonderen zum Allgemeinen, was sich für mich einfach "richtiger" anfühlt. Für mich! Nimms also bitte einfach nur als "Hirnfutter" ...

Gruß,

Ferdi

#13 RE: * Menschliches Versagen von 30.12.2013 13:58

Klar, Ferdi, Hirnfutter mochte ich schon immer! Von Dir sowieso! Nur irgendwie scheine ich das nicht vermitteln zu können. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich mich hier zu sehr darauf konzentriert hatte, mein Konzept zu erklären, was in dieser Ausführlichkeit vermutlich gar nicht nötig gewesen wäre. Also nochmal in aller Deutlichkeit: Deine Gedanken fallen bei mir auf fruchtbaren Boden, und ich nehme sie sehr gerne auf. Wie gesagt, vielleicht sogar nochmal zum gleichen Thema.

Fietje, jetzt nochmal zu Dir:

Zitat
gedenken wir aber all der Opfer die es nicht geschafft haben! Ich glaube es sind sehr viele, und es ist ein Tabu- Thema in unserer Gesellschaft darüber zu schreiben und zu sprechen! Ich meine wir sollten alle dazu aufgerufen sein, sensibel zu sein, und nicht gleich auf jeden Zug mit aufzuspringen. Dieses Menschliche Versagen, es hat eben 2 Komponenten!
Ich danke dir, dass du über dieses Thema ein gelungenes Gedicht geschrieben hast!


Wenn dieses Werk einen kleinen Beitrag dazu leisten könnte, dass wir achtsamer und sensibler werden, wäre das wunderbar. Hier ging es mehr um die Unachtsamen, aber Du hast recht, es gibt auch böswillige Gerüchteköche, die aus Vorsatz und reinem Sadismus anderen das Leben zur Hölle machen. Was die Opfer erleiden müssen, wenn keine Gemeinschaft solidarisch hinter ihnen steht, sollte sich wirklich mal jeder Einzelne vorstellen. Wir müssten viel öfter über das Thema reden, damit niemand mehr gedankenlos auf solche Züge aufspringt.

Liebe Grüße
Claudi

#14 RE: * Menschliches Versagen von Butenlänner 01.01.2014 05:47

avatar

Hi,
dieses sehr gute Forum beschränkt sich ja nicht nur auf technische Details der Metrik, sondern lässt es auch zu, dass man sich intensiv mit inhaltlichen beschäftigen kann!
Ferdi hat angedeutet, dass man das Wort "ein" sehr vielschichtig betrachten kann! Ein Gerüchtekoch!
Ich schlüpfe in die Rolle des (Un)achtsamen und schreibe einen etwas ungewöhnlichen Kommentar!
Dieses Wort „ein“, ein Gerüchtekoch kann wirklich sehr vielschichtig sein, ein wichtiger Aspekt in der Modernen Internetkommunikation, denn es kann sich auch alles umdrehen!
Dieser „ein“ kann auch zum Gerüchtekoch gemacht werden; wir landen zwischen den Stühlen und glauben schlimmstenfalls an garnichts mehr! Denken wir an 9/11, den loose-change Film Beiträgen und den 9/11- Report, wo steckt jetzt Wahrheit und was ist Märchen? Wer ist der Koch des Gerüchts?
Ich schlüpfe in die Rolle des „ein“ und setze einen Link:

Gerücht oder berechtigte Frage - Niedertracht oder Edelmut

Hier wird die Frage gestellt, war A. Merkel Mitglied der Stasi?

Ich weiß es nicht! Frau Merkel möge mir verzeihen, sollte sie mitlesen, auch treue Bewunderer der Kanzlerin mögen mir jetzt nichts unterstellen, diese Diskussion gibt es schon sehr lange! Es soll zeigen, wie schwer es ist zu unterscheiden zwischen Gerücht und Wahrheit! Frau Merkel wurde übrigens voll entlastet, die Vorwürfe wurden vollends zurückgewiesen, eine politische Diskussion möchte ich nicht in Gang setzen!

Ich gehe weiter! Viele Bücher und Internetbeiträge haben das Thema 9/11 und unterstellten einen geheimen- Komplott der US- Regierung, welche maßgeblich an den Anschlägen beteiligt waren, Wahrheit oder Lüge? Durch die Flut an Informationen die wir seit dem Beginn des WWW haben, scheint sich alles zu ändern, es ist wie eine Revolution die die Menschheit erlebt, die größte Revolution die sie je erlebt hat, eine stille Revolution ohne Bomben und einstürzende Mauern, eine Revolution die massiv unser Denken beeinflusst und verändert! Womöglich lassen sich mit den neuen Mitteln nicht nur Botschaften der Wahrheit verbreiten, nein auch bewusste Manipulationen! Dabei muss dieses noch nicht einmal gezielt von statten gehen, manchmal scheint es nur die Neugier zu sein, die kritische Hinterfragung und schon rollt der Zug! Früher redete man mehr, jetzt fängt eine Zeit an, wo wir immer mehr im www kommunizieren, der Unterschied zur sprachlichen Kommunikation ist, dass alles gespeichert bleibt, es sei denn es wird gelöscht! Mir werden damit auch die Gefahren bewusst, was dieses bewirken könnte! Eine Entschuldigung, ein zusammenrücken scheint in der virtuellen Kommunikation ein anderes zu sein wie im Gespräch! Es fehlt Gestik, Mimik und Aura, nur Buchstaben und Filme, nur Bilder und Töne! Rechtfertigung und Entlastung, Vorwurf und Anklage verändern ihre Geschwindigkeit!
Dies e( s )( r ) „ein“ kann also ganz anders agieren wie vor 20 Jahren! Aber! Kann sich dieses Verhältnis auch viel schneller umdrehen? Stehen wir vor einem regelrechten Krieg der Meinungen und Mutmaßungen? Oder ist dieser bereits in Gange, deren Auswirkungen wir nicht abschätzen können?
Die Frage, bin ich ein Gerüchtekoch oder bin ich ein Aufklärer? Vielleicht will man Aufklärer sein und wird zum Gerüchtekoch, vielleicht ist man Aufklärer und wird zum Gerüchtekoch gemacht! Am Ende stehen wir vor einen gewaltigen Berg voller Lüge und Wahrheit, diese Masse an Informationen bekommen eine inflationäre Ausstrahlung, das Interesse rückt zurück, Ungläubigkeit nimmt zu! Durch dieses Phänomen ändern sich die Machtstrukturen unserer Gesellschaft, Gleichmut stützt, Desinteresse hilft, Ungläubigkeit sitzt zwischen Gefolgschaft und Ablehnung und bekommt eine neue Wertigkeit, wem nützt sie und wem schadet sie? Die Revolution ist im Gange, deren Auswirkungen sind uns nicht bewusst, sie scheinen positive Aspekte zu haben die wir erkennen, aber besitzen auch dunkle Aspekte die wir nicht sehen, mit denen wir uns schwer auseinandersetzen können!
Ich bin etwas weiter gegangen, vielleicht zu weit, ich wurde politisch, soziologisch, sollte dieser Beitrag gelöscht werden, dann findet es meine Akzeptanz!
Am Ende meines ungewöhnlichen Beitrags, stelle ich mir selber Fragen!
Wie fühle ich mich dabei, wenn ich so etwas tuhe?
Überzeugt: Ich habe eine Neugier in mir, ich möchte Fragen dürfen, ich will plausible Antworten lesen!
Selbstkritisch: Ich möchte selber Aufklärer sein, ich der tolle Fietje, ich kenne die Wahrheit, hört meine Botschaft!
Innerlich zerissen: Ich mache mich schuldig, ich verbreite Gerüchte!

Alles wird sich ändern, die ganze Welt, unser Fühlen und Denken, unser agieren und reagieren und ich frage mich, soll ich aktiver werden, oder passiver, oder soll ich gar schweigen?

Das „ein“ hat viele Gesichter, ich hoffe ich konnte mit meinen etwas ungewöhnlichen Beitrag etwas zu diesem „ein“ beitragen, ich hatte einfach mal Bock drauf!

Lg
Fietje

Xobor Xobor Community Software