#1 Sackmetaphern von Fabulix 08.03.2015 12:48

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Sacktierisch

Lass endlich die Katze aus dem Sack.
Ich sehe keinen Grund dazu.
Die tobt doch da drin schon wie wild rum.
Na und? Mich stört's nicht.
Du könntest wegen Tierquälerei angezeigt werden.
Quatsch! Die sieht ja keiner, solange sie da drin ist.
Und wozu hast du sie dir angeschafft?
Katzen fressen Mäuse und Mäuse Korn. Korn gibt Brot. Und davon leben wir. Folglich brauchen wir Katzen, um zu leben.
Aber nur, wenn's Mäuse gibt. Siehst du eine?
Nee, die verstecken sich.
Vor dem Sack?
Vor der Katze. Die merken, dass da eine drin ist.
Die merken auch, dass sie nicht raus kann.
Glaub ich nicht. Dann würden sie doch herkommen und Korn fressen.
Welches Korn denn? Hier ist weit und breit kein Sack mit Korn. Nur der mit der Katze.
Wenn da Korn drin wäre oder Mehl – was meinst du, wie sie dann alle drüber herfallen würden. Oder wenn in China ein Sack Reis umfällt ...
Du denkst wohl, besser 'ne Katze im Sack als Mehl und Brot?
Die alten Ägypter wussten das auch schon. Bei denen war die Katze ein heiliges Tier.
Heiliger Strohsack! Doch nicht so weggepackt!
Die hier ist ja auch nicht heilig. Ich hab sie ganz billig erworben.
Im Sack. Bist du sicher, dass du nicht betrogen wurdest?
Wie meinst du das?
Na, vielleicht ist gar keine Katze drin, sondern eine Ratte.
Und die soll ich dann aus dem Sack lassen? Spinnst du?
Also, du sollst da keine Ratte rauslassen, sondern die Katze.
Wenn eine Ratte drin wäre, müsste ich jetzt in den Sack hauen.
Tierquäler! In Indien gibt’s auch heilige Ratten.
Dann hab ich mir deiner Meinung nach auf jeden Fall was Heiliges eingesackt.
Vielleicht ist sogar 'ne heilige Kuh drin.
Okay, der Sack bleibt zu!
Das kann nicht dein Ernst sein.
Also ganz im Vertrauen: In Wirklichkeit brauche ich die Katze zu einem ganz anderen Zweck.
Dachte ich mir schon. Und der wäre?
Meine Schwägerin sucht uns demnächst mit ihren drei missratenen Sprösslingen heim. Will drei Tage bleiben. Und hat eine Katzenallergie. Da dachte ich ...
Also, jetzt lässt du doch …

*


Dein Geklimper geht mir ja so was von auf 'n Sack.
Wieso? Haste denn einen?
Du verstehst schon, was ich sagen will.
Dann sag halt, auf den Geist – oder auf den Wecker.
You fall me on the alarm-clock.
Bevor du mich round the corner bringst, möchte ich dir noch sagen, dass Wecker früher so viel wie Denkvermögen bedeutete.
Und jetzt sind es die Nerven, auf die du mir fällst.
Aber nicht der Sack.
Doch. Im Internet findest du eine ganz plausible Erklärung.
Auch was mit Eiern?
Nee, bloß, dass es früher keine Holztüren gab. Da hängte man Säcke vors Haus. Deshalb sagt man: Habt ihr 'n Sack vor der Tür?
Die Bayern sagen sogar: Habts ihr dahoam an Pfannakuacha vor der Haustür hänga?
Siehst du, die meinen eigentlich einen Sack. Wenn der zum Trocknen draußen lag, durfte man nicht drauf trampeln. Dann sagte der Hausherr: Du gehst mir auf den Sack.
Logisch! Bloß: Wenn ein nasser Sack trocknen soll, ist es da nicht besser, ihn hängen zu lassen, wo er hängt?
Weiß ich nicht. Jetzt geh mir nicht weiter auf den Zeiger.
Wieso? Du hast doch ...

#2 RE: Sackmetaphern von Thomas 08.03.2015 15:25

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Lieber Fabulix,

schön, deine Freude am Spielen mit diesen bildhaften Ausdrücken unserer Sprache, sie ist in der Tat voll davon, und wenn man sie nicht genau trifft, oder wortwörtlich übersetzt, dann wird es lustig. Ich glaube "ich China" müsste "in China" lauten.

Liebe Grüße
Thomas

#3 RE: Sackmetaphern von Fabulix 08.03.2015 18:30

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Ja, Thomas, das hab ich leider erst hinterher gesehen. Ich kenne mich noch nicht aus mit nachträglicher Bearbeitung, hoffe es aber noch zu lernen.

#4 RE: Sackmetaphern von Derolli 10.03.2015 08:59

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Lieber Fabulix,

nachträglich bearbeiten, sollte ein leichtes sein. Einfach unter dem Gedicht auf den Button "bearbeiten" klicken und dann gehts los, aber nicht das speichern danach vergessen. Seltsamer weise kann ich gerade nicht bearbeiten, da muss ich mal Jean fragen, sonst hätte ich dir es schnell geändert.

Liebe Grüße

Derolli

#5 RE: Sackmetaphern von Klatschmohn 26.02.2016 18:56

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Lieber Fabulix,

da habe ich die Sackgeschichten noch mal rausgekramt und habe sie mir eingesackt. also, man wird ja ganz schön ramdösig davon. Ist mir aber nicht auf den Sack gegangen, sondern hat mich ganz schön amüsiert.

Liebe Grüße, Heidi

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