#1 *Bleiben von Thomas 16.11.2014 18:28

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Bleiben

Und als er merkte, dass die Welt ihm viel
zu schnell geworden war, da setzte er
sich stumm am Rande seines Lebens hin.
Und als er fühlte, dass er eine Last
für alle Menschen war, da legte er
sich ganz bescheiden in sein Grab und ließ
die schnelle Welt mit ihren Menschen treiben.
Er wollte einfach ruhig nur so bleiben.


© Ralf Schauerhammer

#2 RE: Bleiben von Uller Rich 16.11.2014 19:05

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Lieber Thomas,
das ist fürwahr eine schwarze Einstellung, die Du hier beschreibst. Er bleibt jedoch auch dann nicht! Panta rhei - das gilt selbst hier.
Eine interessante Sicht, die aus dem Leben (einiger) gegriffen ist. Letztlich bleibt es meist - zum Glück - nur bei der Sicht.
Hat mich angesprochen
LG Ulrich

#3 RE: Bleiben von Derolli 16.11.2014 21:52

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Hi,

er wollte einfach nicht am Leben bleiben - 5 Hebungen

nur so eine Idee

LG

#4 RE: Bleiben von Ostseemöwe 17.11.2014 07:32

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lieber Ralf

mir gefällt die Idee und die Umsetzung sehr.
Nur schlage ich als letze Zeile auch gerne ein anderes Ende vor
denn der Blankvers sollte nach Möglichkeit ja ungereimt bleiben.
Was meinst Du, könnte man die letzte Zeile nicht ganz streichen?
Oder ich hätte noch ne Idee

Er wollte einfach und für immer ruhen.

herzlich Ilona

#5 RE: Bleiben von anna a. 17.11.2014 10:33

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Lieber Thomas,

Wunderbar! Mein Vorschlag fuer die letzte Zeile : er wollte ruhig liegen bleiben....

Mir gefiel das Bild des sich an den Rand des Lebens setzen ...

Liebes von

Anna

#6 RE: Bleiben von 17.11.2014 12:01

Lieber Thomas,

sicher ist es nicht bei allen so, dass sie das Alter für sich und andere als schwere Belastung empfinden. Die Müdigkeit sollte bekämpft werden und wenn die Leistung nachlässt kann doch die Aktivität beibehalten werden. Mit der Müdigkeit des Alters kann es auch schwer sein den heute schnellen Veränderung zu folgen. Deine Blankverse zeigen uns dies sehr eindrucksvoll. Zäsuren und Zeilensprünge, so wie die fünf Hebungen pro Zeile sind Dir gut gelungen. Gefällt mir sehr gut.

LG Hans

#7 RE: Bleiben von Heliane 18.11.2014 09:40

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Lieber Ralf,
mich erinnern deine beiden ersten Verse an Brechts "Als er Siebzig war und war gebrechlich ...". Dahinter musst du dich mit deinen Versen mitnichten verstecken! Ich weiß gar nicht, wie oft ich dein Gedicht schon gelesen habe; immer wieder entdecke ich Neues, Schönes, sprachlich Gelungenes.
Ja, der letzte Vers könnte überarbeitet oder, wie Ilona meint, sogar weggelassen werden, was der Schönheit deiner Sprache, des Klangs und der Bilder keinen Abruch täte. Die Leserin ahnt das Ende .......
Ich bin sehr gespannt, wie du dich entscheidest.
Herzliche Grüße,
Heliane.

#8 RE: Bleiben von Thomas 18.11.2014 10:15

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Ihr Lieben,

Vielen Dank. Die letzte Zeile möchte ich gerne so lassen. Dass der Reim stört, glaube ich nicht. Nicht nur Shakespeare gibt mir da mit seinen gereimten Szenenenden Recht.

Bleiben wir, oder gehen wir?

Liebe Grüße
Thomas

#9 RE: Bleiben von Klatschmohn 19.11.2014 09:53

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Lieber Thomas,
Deine Verse haben etwas Asketisches, dass einen nicht unberührt lässt. Etwas Gefasstes und Ruhiges geht von Deinen Zeilen aus. Dabei kann ich gar nicht sagen, welche Seiten es in mir anstimmt, aber Ich empfinde sie tröstlich.
Der Blankvers ist gut gemeistert und wenn Shakespear auch mal reimt, dann darfst Du das auch.
Liebe Grüße, Heidi

#10 #RE: Bleiben von Thomas 20.11.2014 17:58

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Liebe Klatschmohn,

"tröstlich" ist sehr schön und passend. Viele Dank.

Liebe Grüße
Thomas

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