#1 Das Geisterschiff von Thomas 27.06.2014 12:01

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Das Geisterschiff

Ein Geisterschiff treibt übers Meer.
Wo fährt es hin, wo kommt es her?
Das Deck ist leer und sturmzerzaust,
der Rumpf von Schemenspuk behaust.

Am Steuerrad, da steht der Hein,
er steht als Statue aus Stein.
Die Augen scheinen nachtumlichtet
starr auf ein fernes Ziel gerichtet.

Das Ziel, es ist so hehr, so rein,
es kann nur auf dem Meere sein.
Der Wind blies seine Jugend fort,
und auch die Hoffnung über Bord.

Doch Hein bleibt treu im Sturm der Zeit
dem Ziel, das nun so ewig weit.
Ach! Wenn er doch wie damals wüsste,
wo das Meer den Himmel küsste.

© Ralf Schauerhammer

#2 RE: Das Geisterschiff von Klatschmohn 28.06.2014 12:26

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Hallo Thomas,
Deine Ballade hört sich sehr vielschichtig und verwunschen an. Mit Hein ist wohl der Tod gemeint, oder? Ich bin mal gespannt was Dein Gedicht noch für andere Deutungen zulässt. Es liest sich auf jeden Fall äußerst interessant und macht neugierig.
Liebe Grüße, Heidi

#3 RE: Das Geisterschiff von Ostseemöwe 28.06.2014 13:27

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lieber Thomas

ich mag die Legenden und Sagen von Geisterschiffen sehr. Bei Deinem Gedicht fiel mir auch sofort "der fliegende Holländer" ein.
Dein Gedicht hat einen wunderbaren Klang.
Die Suche nach dem Ende der Welt ... dafür haben viele Abenteuerer ihr Leben gegeben.
Ein tolles Gedicht von Anfang bis Ende.

herzlich Ilona

#4 RE: Das Geisterschiff von Heliane 28.06.2014 22:00

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Lieber Thomas,

schaurig-schön mit hohem Gänsehautfaktor rund um die Bilder; ich rieche die Salzluft!
Gibt es eine Sage über einen versteinerten Steuermann? Hat ihn Medusa angeschaut .

Ich würde hier versuchen, einen unbetonten Auftakt einzufügen:

Zitat
starr auf ein fernes Ziel gerichtet. Vielleicht 'ganz starr auf fernes Ziel gerichtet'?



Mit einigem Schauder, jedoch sehr gerne gelesen.
Herzliche Grüße,
Heliane.

#5 RE: Das Geisterschiff von Thomas 29.06.2014 14:24

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Liebe Klatschmohn, Ostseemöwe und Medusa,

Hein muss nicht der Tod sein. Das Gedicht ist vielschichtig gemeint, auch denke ich, dass man sich sehr unterschiedlich dazu stellen kann. Auf die Idee, dass die Medusa der griechischen Sage ihn versteinert hat, bin ich noch nicht gekommen. Mit der von Medusa monierten Zeile ist das so eine Sache. Mir fällt nichts ein, denn dass "ein" muss unbedingt bleiben, aber schlimmer noch, ich müsste die Schlusszeile auch ändern, und wie das ohne Verschhlimmbesserung gehen soll, sehe ich gar nicht.

Liebe Grüße
Thomas

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