#1 Werdegang von Behutsalem 29.05.2014 00:35

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An manchen Tagen stellt sich mir die Frage,
wohin mein Dasein mich im Alter trägt?
Ob ich mich an meinem Lebensabend labe
oder sich manch Tasse quer verlegt,

und so mein Denken, Handeln sabotiert?
Weil sich Verstand und Geist verliert -

im Irgendwo und Nirgendwo vielleicht.
Oder aber bin ich einfach nur ein Greis?
Der still und stumm die Parkbank ziert,
dabei im Gestern simuliert,

weil da der Kuchen noch am besten schmeckt.

#2 RE: Werdegang von Ostseemöwe 29.05.2014 12:38

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liebe Behutsalem

schön, dass Du diese Fragen zum Alter nicht beantwortet hast. So lange wir uns fragen, wie wir werden und wohin uns der Weg führt haben wir ihn noch vor uns.
Aber inzwischen bin ich mir so ziemlich sicher, egal was kommt, wir lernen auch damit umzugehen.
Also nur keine Angst vor dem Greisendasein. Schlimmer ist es, dieses Alter nicht zu erreichen.

herzlich Ilona

#3 RE: Werdegang von Uller Rich 29.05.2014 20:50

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Liebe Behutsalem,
die Frage ist sicher berechtigt, doch würde ich dringend abraten, sie diese zu stellen. Denn 1. kommt es anders und 2. hilft es nicht.
Jeder Tag hat sein eigenes Gesicht. Das gilt für Jugend und Alter gleichermaßen. Entscheidend ist nicht, was wir bekommen sondern was wir damit anfangen.
Angst vor Alter und Unvermögen? Warum nicht vor dem Unvermögen der Jugend?
Aber darum geht es Dir ja auch nicht. Du hast Dein Ziel erreicht - zum Nachdenken anzuregen!
Mit der Metrik komme ich nicht ganz klar, auch ist mir das Bild der Tasse nicht eingängig. Die letzte Zeile ragt inhaltlich als gelungene Pointe heraus, jedoch hätte ich mir irgendeine formelle Einbindung gewünscht.
Gern gelesen
LG Ulrich

#4 RE: Werdegang von Behutsalem 30.05.2014 08:10

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Lieber Ulrich!

Wie was wann oder wie wird ist uns so oder so in die Wiege gelegt.
Meine Intention galt nicht der Angst vor dem Alter oder dem alt werden, sondern mehr der Wunsch noch "nein" sagen zu können , nein sagen zu dürfen , vorallem aber wissen wär und was man ist ..
Ich denke du kennst mich schon lange genug dass du wissen müsstest das Metrik für mich nebensächlich ist. Auch wenn es natürlich schöner wäre, wennn sie einheitlich und korrekt zu sehen wäre, dem
stimme ich gerne zu. Aber die Launen meines Naturells lassen es manchmal ungestüm sein.
Das ich dich zum Nachdenken anregen konnte freut mich natürlich.
Du kommst mit der Tasse nicht klar. Bei uns gibt es einen Spruch der aussagt, wenn jemand verwirrt ist hat sich eine Tasse im Oberstübchen verlegt.
Anlass für meine Zeilen war das ich einen alten Mann begegnet bin der nicht mehr wusste wo her er kam , wo er wohnt selbst wie er mit Nachnahmen heißt konnte er mir nicht mehr sagen. Er hat in seiner eigenen kleinen Welt gelebt, in der es nur das Gestern gab und sein Kurzzeitgedächtnis war , wie soll ich mich ausdrücken umgelegt.
Und als ich dann zu Hause war dachte ich nach, was mir vielleicht bevorsteht, wie ich und mein Geist sich im Alter verändern wird oder kann. Ich dachte mir, Behutsalem, wenn du noch nein sagen kannst, weißt wer du bist dann wirst du dich glücklich schätzen dürfen. Und natürlich auch meine Arbeit in der ich Tag täglich damit konfrontiert wurde.
Der Titel meiner Gedanken gefällt mir so ganz und gar nicht. Vielleicht hättest du eine Idee??? Natürlich nur wenn du dich damit auseinandersetzen möchtest.

Ich danke dir herzlichst fürs vorbeischaun und deine Kritik
liebe Grüße, Behutsalem

Liebe Ostseemöwe!

Ich danke auch dir für deinen Kommentar zu meinen Gedanken und wenn du meine Antwort an Uller Rich liest findest du auch meine Intention zu meinen Zeilen.
Und ja du hast recht, das Alter erleben dürfen möchte ich.. nur darüber nachdenken schadet genauso wenig.

Liebe Grüße, Behutsalem

#5 RE: Werdegang von Heliane 30.05.2014 08:58

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Liebe Behutsalem,

hier heißt der Spruch ‚Die/Der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank’ .

Hin und wieder über das Altwerden nachzudenken, halte ich für sinnvoll; es eröffnen sich meist Möglichkeiten für die eine oder andere Veränderung.
Dass viele Menschen mit großer Furcht in die Zukunft schauen, ist nicht hilfreich, damit blockieren sie ihre Energien. Viel besser ist es doch, sich mit den kleineren Einschränkungen abzufinden, vielleicht sogar darüber zu lächeln. Ob wir am Ende noch Nein sagen können ist nicht absehbar und nicht zu ändern. Um es mit Mao zu sagen: „Der Mensch muss sich mit den Gegebenheiten abfinden“ (obwohl dieser Spruch in einem ganz anderen Zusammenhang steht, passt er im übertragenen Sinne hier gut).

Wir kennen uns auch lange und ich weiß, dass du wunderschöne, sehr klangvolle Gedichte schreiben kannst, dieses gehört nicht unbedingt dazu. Es kommt in manchen Versen etwas unrund daher.

ABER: Es ist ein schönes und zum Nachdenken anregendes Gedicht, das sogar ein ‚lächelndes’ Ende findet und mir gut gefällt; der neue Titel passt viel besser .

Herzliche Grüße,
Medusa.

#6 RE: Werdegang von Behutsalem 30.05.2014 09:11

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Liebe Medusa,

jepp so heißt er, nur hat er für mich einen negativen Charakter, weil er gerne anders dargestellt wird bzw. verglichen wird mit "dumm sein" und das will ich so nicht ausgedrückt wissen. Und davon distanziere ich mich auch ..
Meine Gedanken waren beim verwirrt sein. Ich habe viele Demtkranke Pat. erlebt und einige sind in ihrer Verwirrtheit so wunderbar lieblich, dass ich mir manchmal denke, genau so möchte ich werden wenn ich alt bin, wenn mich diese Krankheit heimsuchen sollte. Ich habe mal einer Kollegin gesagt, sollte sie mich mal pflegen müssen dann bitte jeden Abend einen Milchbrei , meine Lieblingslieder ins Ohr und wenn möglich meinen Lapi. Das wäre mein Wunsch Das wir uns das nicht aussuchen können ist mir schon klar, aber wenn dann möchte ich lieber am Süßen Kuchen naschen als aggresiv zu werden. Ich denke du verstehst was ich meine.

Ich danke dir herzlichst für deine Kommentar und für die schnelle Titeländerung.

Liebe Grüße Behutsalem

#7 RE: Werdegang von Uller Rich 30.05.2014 09:18

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Liebe Behutsalem,
den Hintergrund hast Du nun klar beleuchtet, doch habe ich das so nicht heraus gelesen, ich sah nur die Frage für sich. Ich kenne den Spruch "...nicht alle Tassen im Schrank...", doch meine ich, dass es keine zwangsläufige Alterserscheinung ist. Es geht Jüngeren so und Älteren nicht, lediglich nimmt im Alter die Wahrscheinlichkeit zu.
Klar weiß ich, wie Du zur Metrik stehst und Du bestätigst auch, dass es besser klingt. Ich meine, dass es nicht so schwer ist, zumindest erscheint es mir so. Das kommt sicher von meiner Musik. Chormusik ist da ganz anders gestrickt.
Zu der Tasse ein Gedanke: ob mich Vergesslichkeit einst quält ... im Schrank vielleicht ne Tasse fehlt?
Dichten hat, wie schon so oft gesagt, etwas mit dicht und weglassen zu tun. Du könntest die Metrik durch Verzicht auch ein paar Worte abstimmen und das ist meist besser als gegenteilig Füllworte einzubauen. Z.B.
An manchem Tag stellt sich die Frage,
wohin mein Alter mich einst trägt.
Ob ich mich dann am Leben labe
oder sich Nebel um mich legt,
und so mein Handeln sabotiert?

Weil sich Verstand und Geist verliert
im Irgendwo und Nichts vielleicht?
Werd' ich senil und dumpf ein Greis,
der stumm im Park die Bänke ziert,
und übers Gestern simuliert?

Wo nur noch der Kuchen fasziniert?

Das bitte nur als Beispiel zum Nachdenken sehen, nicht böse sein!
Liebe Grüße
Ulrich

PS: Der Titel gefällt mir jetzt besser und ist passender!

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